4. Essener Karnevalszug vor dem Comeback

Nach dem Gänsereiten ziehen die Freisenbrucher am Sonntag weiter zur Königskrönung. Gegen 15.30 Uhr soll dann der große Karnevalsumzug stattfinden.
Nach dem Gänsereiten ziehen die Freisenbrucher am Sonntag weiter zur Königskrönung. Gegen 15.30 Uhr soll dann der große Karnevalsumzug stattfinden.
Foto: Fremdbild/Wolfgang Steeg
Was wir bereits wissen
Nach dem Loveparade-Unglück hatten die Freisenbrucher Gänsereiter vor den gestiegenen Auflagen kapituliert. Nun hofft man auf grünes Licht für Karnevalssonntag

Essen-Freisenbruch.. Nach fünf Jahren Pause steht der Karnevalsumzug der Gänsereiter vor seinem Comeback. Zwar kann der erste Anlauf seit 2010 für die Traditionsveranstaltung am Karnevalssonntag noch schief gehen, es fehlt noch die finale Abnahme der Fahrzeuge und damit das grüne Licht der Stadt für das Sicherheitskonzept. Aber die Karnevalisten sind optimistisch, dass sie endlich wieder auf die Bochumer Landstraße dürfen. Damit hätte Essen neben dem großen Rosenmontagszug in Rüttenscheid, dem kleineren im Anschluss in Kupferdreh und dem Samstags-Kinderumzug in Borbeck wieder die vierte karnevalistische Straßenparade im Programm.

„Natürlich ist das bis zum endgültigen grünen Licht eine Zitterpartie. Aber wir gehen mit 90-prozentiger Sicherheit davon aus, dass wir starten können“, berichtet Gregor Kaiser, Sprecher des Gänsereiterclubs Freisenbruch 1926. Am Montag in einer Woche, 9. Februar, steht die Endabnahme an, sechs Tage vor dem avisierten Termin. Bis dahin haben die Gänsereiter Hausaufgaben aufbekommen. „Es geht um die Verkleidungen für die Reifen, die bei einigen Zugmaschinen noch fehlen“, präzisiert Kaiser.

Bis zu elf Wagen

Bis zu elf Wagen wollen die Freisenbrucher Gänsereiter auf die Straße bringen, inklusive zweier Fahrzeuge der Gänsereiter-Partnervereine im benachbarten Wattenscheid, in Sevinghausen und in Höntrop. Die besuchen die Freisenbrucher regelmäßig beim Gänsereiterzug in Wattenscheid, umgekehrt fahren die Bochumer traditionell in Essen mit. „Für den Zug in Wattenscheid sind diese Verkleidungen nicht nötig, aber das ist auch ein anderer Regierungsbezirk. Hier in Essen ist man da genauer“, erläutert Kaiser.

Und das seit dem Unglück auf der Duisburger Love Parade im Jahr 2010. In der Folge verstärkte die Verwaltung die Auflagen für Umzüge. In Freisenbruch streckten die Karnevalisten die Waffen vor den gestiegenen Kosten, die für einen kleinen Verein wie die Gänsereiter nicht zu stemmen gewesen seien. Mit dem Umzug, zu dem regelmäßig mehrere 1000 Menschen kamen, war fortan Schluss. Unterstützung bekamen die Gänsereiter im vergangenen Jahr aus dem Stadtteil. Zusammen mit dem Verein organisierten der Kfz-Meister Wolfgang Steeg und Kosmetikstudio-Inhaberin Nicole Bieling im Sommer die „Showtime Freisenbruch“ mit großem Erfolg. Zusätzliches Geld floss durch den Weihnachtsmarkt der Werbegemeinschaft in die Vereinskasse. Gregor Kaiser: „Wir freuen uns sehr, wenn wir endlich wieder einen Zug in Freisenbruch haben.“