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Kultur in Essen

2010 nicht niederreden

19.10.2008 | 15:54 Uhr

ESSEN. Bei der Diskussionsrunde „Das Blaue Sofa” mit den Intendanten Anselm Weber und Stefan Soltesz wurde deutlich, dass die Affäre Kaufmann nach wie vor weite Kreise innerhalb der TuP zieht.

War die Veranstaltung ursprünglich als Forum geplant, um die erfolgreiche Arbeit der beiden Theatermacher näher zu beleuchten, drehte sich die Diskussion nunmehr um Zahlen, Erwartungen an die Stadt und die offene Instrumentalisierung des Kulturdebakels zum Wahlkampfthema. Der Frust sitzt tief. Im Zuge der aktuellen Ereignisse fühlten Soltesz und Weber sich „wie die Musterschüler, die immer nur gute Zensuren nach Hause bringen und durch die aufmüpfige, pubertierende Tochter in Verruf gebracht werden," so Weber. Auch ärgerten sich die Intendanten über das gegenwärtige Niederreden der Kulturhauptstadt 2010 angesichts der Philharmonie-Krise, zumal sowohl das Schauspiel Essen als auch das Aalto Theater mit 90 Prozent noch immer eine beachtliche Auslastung vorweisen könnten.

Insbesondere Weber zeigt sich verdrossen über die finanziell desolate Situation des Schauspiels und beklagt nachdrücklich, dass die Stadt die Gelder Jahr für Jahr verknappt habe. Auch Soltesz zieht einen Weggang aus Essen indirekt in Erwägung: „Wenn es nötig ist, kann ich auch ausschließlich vom Dirigieren leben."

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