17 Spendersteine fürs neue Spatzennest sind vergeben

Er war lange Jahre Leiter des städtischen Jugendamts, Landeschef des Kinderschutzbundes und ist inzwischen dessen Ehrenvorsitzender. Dieter Greese kennt sich aus mit Essens Nachwuchs. Sein Wort wiegt deshalb um so schwerer, wenn er sagt: „Es ist kaum fassbar, in welchem Umfang Kinder in einer Lage sind, dass man sie schützen muss, weil sie gefährdet sind.“ Daher war es für den Pensionär und dessen Ehefrau Monika klar, den Neubau einer zweiten Kindernotaufnahme mit einer großzügigen Spende zu unterstützen. Jetzt konnten die beiden ihr Exemplar eines Spendersteins erstmals in den Händen halten. Mit den eingravierten Namen der Unterstützer des Spatzennests für besonders kleine Kinder in Not findet der Klinker künftig als einer von möglichst vielen einen Platz in der Außenfassade des Neubaus an der Zweigstraße in Borbeck. Ist das Haus hoffentlich zum Ende des Jahres bezugsfertig, werden all die Steine mit den Spendernamen ein dauerhaftes Zeugnis dafür sein, wie sehr den Menschen in dieser Stadt der Schutz und das Wohlergehen der jüngsten Essener am Herzen liegt.

Ein solches Engagement ist zwingend notwendig angesichts der wachsenden Gewalt gegen die Jüngsten: Die misshandelten, missbrauchten oder verwahrlosten Kinder werden jünger, das Ausmaß der Übergriffe wird exzessiver. In nur einem Jahr zählte die Stadt Essen 447 Inobhutnahmen aufgrund von Kindeswohlgefährdung. Jedes dritte betroffene Kind war jünger als drei Jahre. „Es ist doch furchtbar, dass das Spatzennest überläuft“, sagt Dieter Greese. 100 Kinder mussten in einem Jahr abgewiesen werden.

Weil das inzwischen 30 Jahre alte Spatzennest in Altenessen zu klein geworden ist, um angemessen auf die erschreckende Entwicklung reagieren zu können, und gerade die Jüngsten einer besonderen Zuwendung bedürfen, plant der Kinderschutzbund eine zweite Notaufnahme an der Zweigstraße mitsamt eines neuen Konzepts.

Um das 1,2 Millionen teure Neubau-Projekt stemmen zu können, benötigt der Kinderschutzbund viele Unterstützer. Menschen wie Monika und Dieter Greese, die 1000 Euro oder mehr spenden. Menschen, die eine Aktion für einen guten Zweck auf die Beine stellen. Menschen, die für Kinder in Not gerne verzichten wollen oder einfach für die gute Sache werben.