1642 Schüler sind noch ohne Lehrstelle

Mehr gemeldete Ausbildungsstellen, weniger potenzielle Auszubildende – auf diesen Nenner lässt sich die Halbjahres-Bilanz am Essener Ausbildungsmarkt bringen, die die Agentur für Arbeit gestern vorstellte. Seit Oktober des vergangenen Jahres meldeten örtliche Unternehmen insgesamt 2632 freie Ausbildungsstellen. Das waren 39 mehr als im Vergleichszeitraum des Jahres zuvor. Demgegenüber sank die Zahl der Bewerber um 240 auf 2805 Schüler, die bei der Berufsberatung vorstellig wurden. 1642 Jugendliche konnten noch keine Lehrstelle finden. Torsten Withake, Chef der Agentur für Arbeit, der gestern die Behördenschlüssel an seinen Nachfolger Klaus Peters übergab, will den jungen Menschen einen Tipp mit auf den Weg geben: „Gute Chancen ergeben sich vor allem in den Sparten, in denen es einen Überhang an Ausbildungsstellen gibt.“ Unter diesem Gesichtspunkt sollte jeder Einzelne noch einmal den eigenen Berufswunsch und die möglichen Alternativen dazu überdenken.

Appell für mehr Flexibilität

Angebote gibt es vor allem in den typischen Verkaufsberufen, in kaufmännischen Branchen, in der Gastronomie oder auch im Handwerk. In anderen Sparten gebe es deutlich mehr Bewerber als Angebote, aber auch ein „Besetzungsproblem“ zeichne sich ab: In der Elektrotechnik zum Beispiel kommen mehr als zwei Ausbildungsstellen auf einen Jugendlichen. Withake und Peters appellierten an die Flexibilität von Arbeitnehmern und potenziellen Auszubildenden gleichermaßen. Es müssten zum einen mehr Ausbildungsstellen akquiriert werden. Zum anderen müsse es das Ziel sein, junge Menschen für verfügbare Angebote zu gewinnen. Zum Beispiel könnten Betriebspraktika und Ausbildungsbörsen beide Seiten näher zusammenbringen.