1500 herrenlose Katzen streunen durch die Stadt

Aus der WAZ vom 15. April 1965:.  Rund 1500 herrenlose Katzen streunen durchs das Stadtgebiet. Das schätzt man im Albert-Schweitzer-Tierheim, wo monatlich rund 150 Katzen abgegeben werden. Dort hat die Zahl der Tiere die Zahl der freien Gehege längst überschritten. Eingefangene Katzen müssen entweder in Quarantäne oder durch Strom schmerzlos getötet werden, heißt es in einem Zeitungsbericht. „Letztere Möglichkeit muss in Essen zum Kummer der Tierpfleger und -freunde nur allzu oft angewendet werden.“

Katzen gelten als Krankheitsträger und Gefahr für die Gesundheit der Menschen in der Stadt. Es ergeht daher ein Appell an alle Essener Katzenhalter, die Fortpflanzungstätigkeit ihrer Schützlinge zu begrenzen – durch Kastration der Kater und Sterilisation der Katzen.

Ein Tierpfleger im Tierheim beschreibt die Katzenplage in Essen als „grenzenloses Elend“; die Zahl der herrenlosen Tiere würde jedes Jahr anwachsen. Mehrmals am Tag riefen mittlerweile Bürger an mit der Bitte, herrenlose Katzen aus der Nachbarschaft einzufangen. „Das ist doch gar nicht unsere Aufgabe, wir sind doch keine Katzenfänger“, klagt der Tierpfleger des Tierheims.