120 Schüler rocken mit Queen-Stücken die Aalto-Bühne

Beim Projekt Queeny stehen 120 Essener Schüler auf der Bühne im Aalto-Theater
Beim Projekt Queeny stehen 120 Essener Schüler auf der Bühne im Aalto-Theater
Foto: Saad Hamza
Was wir bereits wissen
Premiere für Schüler auf der großen Bühne: Queeny heißt das Projekt, für das die „Tanzhommage an Queen“ des Intendanten Van Cauwenbergh Pate stand.

Essen.. Wuselig geht’s zu auf der Aalto-Bühne. Ein Pulk schwarz gekleideter Kinder und Jugendlicher hüpft, schlägt Rad, macht sich warm, übt die Pirouette oder winkt lachend der Familie im Publikum. 120 Essener Schüler sind aufgeregt, fröhlich-aufgeregt. Denn es sind nur noch wenige Minuten bis zur Premiere. Die jüngsten unter ihnen sind gerade einmal acht Jahre alt. Es wird ihr erster Auftritt sein auf einer großen Ballettbühne.

Dann ein Trommelwirbel und aus dem unüberschaubaren Pulk wird eine Gruppe. Die läuft gemeinsam nach rechts, nach links, nach hinten. Der Vorhang schließt sich. Und wenn er sich wieder öffnet, die Nebelschwaden im Gegenlicht aufsteigen und Queens Hymne „We Will Rock You“ ertönt, dann ist aus der Gruppe eine Formation geworden, eine Tanzformation. Die Acht- bis 16-Jährigen strecken ihre Arme in die Höhe und lassen ihre Beine im Rhythmus federn. Erstaunlich präzise und erstaunlich synchron kombinieren sie Schrittfolgen und Armbewegungen.

"The Show Must Go On"

Vermutlich begeistern die Nachwuchskünstler schon allein mit ihrer Anwesenheit die Zuschauer. Aber da ist auch eine Ernsthaftigkeit in ihrem Agieren und so ein kindlich charmanter Eifer in ihrem Gesicht, der einnimmt.

Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh hat so – was den Publikumserfolg betrifft – einen Doppelcoup gelandet. Seine „Tanzhommage an Queen“, die für das Bildungsprojekt „Queeny“ als Grundlage dient, versetzt das Publikum seit 2009 regelmäßig in Ekstase. Auch bei „Queeny“ mit dabei: Die Einspielungen von Musikvideos oder Liveauftritten, die übergroßen Musikerporträts, die über die Bühne gleiten, das klassisch-romantische Pas de Deux zur pompösen Ballade. Van Cauwenbergh scheut keinen Kitsch. Die große Show ist Programm. Schwarzlicht und 1980er-Ästhetik, Sprünge im Blitzlicht, Freddy Mercurys gestreckte Faust als Tanz-Motiv bei „The Show Must Go On“.

Sieben Monate Arbeit

Größere Solo-Parts oder parodistische Nummern wie das Stelldichein am Strand („Seaside Rendezvous“) übernehmen Aalto-Tänzer und beeindruckender Nachwuchs vom (Tanz)Gymnasium Werden. Ein bunter Ballettabend in mehrfacher Hinsicht: „Queeny“ ist angelegt als gefällige Revue und bringt Tänzer in völlig unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen zusammen.

Zum Finale mit „We Are the Champions“ zeigt der Choreograf Videos aus der Probenzeit. Motivierte und müde Jungen und Mädchen, die in ihren Schulturnhallen Schritte einstudieren oder fix und fertig an der Matte lehnen. Gemeinsam mit Aalto-Tänzer Nour Eldesouki hat Ben Van Cauwenbergh sieben Monate lang mit den Schülern gearbeitet. Jetzt strahlen sie ins Publikum. Als Tanz-Champions.