100 Jahre Sehnsucht nach Frieden

Die Friedenskirche in Dellwig.
Die Friedenskirche in Dellwig.
Foto: Gemeinde
Was wir bereits wissen
Evangelische Kirchengemeinde feiert im Mai Jubiläum.

Essen-Dellwig..  „Weil Krieg ist, brauchen wir eine Stätte des Friedens.“ Diese – leider noch immer aktuellen – Worte schrieb Pfarrer Emil Bredt am 9. Mai 1915 in den Kirchlichen Anzeiger und begründete damit die Namensgebung für das Gotteshaus an der Schilfstraße. Jetzt wird die „Friedenskirche“ 100 Jahre alt. Die evangelische Kirchengemeinde Dellwig/Gerschede/Frintrop bereitet sich auf das Jubiläum vor. Drei Tage lang wird vom 8. bis 10. Mai gefeiert.

Der Kampf um die Bildung einer eigenen Gemeinde begann schon 25 Jahre eher. Bis in die 90er-Jahre des vorletzten Jahrhunderts gehörten Dellwig, Frintrop und Gerschede zur Borbecker Gemeinde. Als sie von Borbeck getrennt wurde, baten 73 Gemeindeglieder aus Dellwig und Gerschede das „königliche Konsistorium“ in Koblenz, sich selbstständig machen zu dürfen. Allerdings ohne Frintrop, „weil wir Gerscheder und Dellwiger Einwohner uns niemals zu einer Pfarrgemeinde Frintrop bekennen“, hieß es in dem Schreiben vom 16. Januar 1892.

Wie man heute weiß, kam alles ganz anders. Heute zählt die evangelische Gemeinde noch knapp 8000 Glieder. „Wir sind eine offene, experimentierfreudige Gemeinde“, findet Pfarrerin Anke Augustin. Herausragend sei die Teilnahme der Menschen an den Gottesdiensten. „Ich gestalte keinen Gottesdienst allein.“

Mehrere Cafés, Wellness- und spirituelle Angebote sorgten für das Wohlbefinden an der Schilfstraße. „Denn Gott will den Menschen Gutes“, sagt Anke Augustin.

Das Jubiläumsfest gestalten der Seniorenstift Martin-Luther, die Kita Rappelkiste und die Kirchengemeinde gemeinsam. Es beginnt am Freitag, 8. Mai, 20 Uhr, mit einem Konzert des „Trio Contemporaneo“ in der Friedenskirche.

Vor und im Seniorenstift wird es am Samstag, 9. Mai, ab 14 Uhr mit Musik, Ballonwettbewerb, Kinderschminken, Bierwagen und Grill fortgesetzt. Interessant sicherlich die Ausstellung mit Erinnerungsstücken aus dem Gemeindeleben. Neben großformatigen Fotos sind z. B. Kaffeetassen zu sehen, die 1952 aus Anlass des Weihnachtskindergottesdienstes hergestellt worden sind. In der Nacht zum Sonntag wird das neue Testament durchgängig gelesen.

Mit dem Festgottesdienst am Sonntag und dem Frühschoppen geht das Fest zu Ende.