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„Es gibt sonst keine komplette Anlage”

01.07.2008 | 17:44 Uhr
„Es gibt sonst keine komplette Anlage”

Burbacher Sportler fürchten um die Schließung der Tartanbahn in der ehemaligen Kaserne

Von Uli Geis

Burbach. Einen harten Rückschlag bei der Trainingsarbeit und der Mobilisierung von Burbachern aller Ortsteile für das Sportabzeichen fürchten die Vorsitzende des Gemeindesportverbandes Gabi Quandel und die Chefin des TV Dresselndorf Liane Otto, sollte die Leichtathletik-Anlage im Gewerbepark Siegerland geschlossen werden.

Sportler aus Lippe wissen um die oft hohen Hürden, die Natur und Klima ihnen bei der körperlichen Ertüchtigung in den Weg stellen. Als regelmäßige Joggerin hat Gabi Quandel deshalb die Tartanbahn im Gewerbepark Siegerland schätzen gelernt. Auf der mit rotem Kunststoff ausgelegten 400-m-Rundbahn hat sie schon oft ihre Runden gedreht, wenn die Wiesen- und Waldwege witterungsbedingt unpassierbar waren.

Bemühungen „imSande verlaufen” 

 Das „Kilometerfressen” auf festem Untergrund könnte ein Ende haben, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten, die zurzeit in Burbacher Sportlerkreisesn kursieren. Besonders bei den Leichtathleten des TV Dresselndorf herrscht große Sorge, dass die einzige Trainingsanlage in der Gemeinde Burbach bald nicht mehr zur Verfügung steht. Denn nach Informationen, die sowohl der GSV- als auch der TVD-Vorsitzenden vorliegen, plant der Eigentümer des Gewerbeparkes Siegerland, der Unternehmer Axel Ebbecke aus dem hessischen Bruchköbel, den Verkauf des Sportgeländes am nördlichen Rand der ehemaligen Siegerland-Kaserne an eine Firma, die dort eine Halle errichten möchte. „Was dann aus der Rundbahn wird, will ich mir gar nicht vorstellen”, meint Heinz Gellrich, Leichtathletik–Veteran und mehrmaliger hessischer Seniorenmeister. Der Burbacher trainiert seit Jahren auf dem Platz verschiedene Wurfdisziplinen und würde eine Schließung sehr bedauern. Als Mitglied des TV Haiger könnte er aber in der Nachbarstadt trainieren Weitaus größer wäre der Verlust für die jugendlichen Athleten aus dem Hickengrund. Denn der TV Dresselndorf, der Verein, der die Fahne des Laufens, Springens und Werfens in Ober- und Hickengrund hoch hält, stünde möglicherweise vor dem leichtathletischen Aus. „Es gibt in der Großgemeinde Burbach keine andere komplette Leichtathletik-Anlage”, klagt Liane Otto. Wo sie dann mit den Mädchen und Jungen im nahen Umfeld Laufbahnen, Sprunggruben oder Wurfanlagen nutzen kann, weiß sie nicht. „Wir haben uns in der Vergangenheit darum bemüht, dass die Gemeinde Burbach das Stadion und die daneben liegende Turnhalle übernimmt, sind dabei aber nicht richtig weiter gekommen”, bedauert Gabi Quandel die Entwicklung. Sie habe auch Bürgermeister Christoph Ewers angeschrieben. Doch sei „alles im Sande verlaufen.”

Würgendorfals Alternative 

 Die Gemeinde, erklärte gestern der Erste Beigeordnete Karl-Hermann Schmidt, habe das Stadion nicht gekauft, „weil es nicht in unseren Sportstättenplan passt”. Die Anlage sei zu aufwändig in der Unterhaltung. Schmidt sah im Gespräch mit der WR allerdings auch das Problem, dass die Grundsportart Leichtathletik nach einer Schließung in der Gemeinde keine Trainingsmöglichkeit mehr habe. In diesem Fall müsse über eine neue Konzeption für den Sportplatz in Würgendorf nachgedacht werden. Der stehe im kommenden Jahr zur Sanierung an „und notfalls müssten wir dann die Rundbahn und die Sprunganlagen mit Tartan ausrüsten”. Darüber sei aber abschließend noch nicht nachgedacht worden, betonte Schmidt.

Ulrich GEIS

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