Zwölf Sitze sind keine Mehrheit

Kunstrasenbau. Nachdem mein Name schon wieder in Verbindung mit Verschwörungstheorien und Parteien genannt wurde, möchte ich jetzt einmal persönlich einiges klar stellen.

Erstens: Ich bin in keiner Partei Mitglied. Ich fühle mich einzig den Menschen verbunden, die den Mut haben, ihren eigenen Verstand zu gebrauchen (frei nach Kant). Davon gibt es halt in den Parteien mal mehr und mal weniger.

Zweitens: Dass die Fußballplätze in Linderhausen nicht gebaut werden, ist eine vernünftige Entscheidung. Einfach deshalb, weil die Kosten am Ende 2,5 bis 3 Millionen Euro betragen hätten. Der VfB kann mit dem Verkauf des Brunnenplatzes aber höchsten 1,8 Millionen Euro erlösen. Auf die Frage, wer die Differenz denn bezahlen soll, hatte keine Fraktion eine Antwort.

Der sogenannte „Vorentwurf“ für den Sportpark Nord bestand aus lediglich vier dünnen Seiten. Zwei Seiten Beschreibung, zwei Seiten Kostenzusammenstellung und das für eine Millionensumme. Leider wurden einige „Kleinigkeiten“ nicht berücksichtigt. Die Liste enthielt keine Umkleiden und Duschen, keinen Wasseranschluss und keine Stromleitung. Die Sportler duschen nicht mit Regenwasser und die Flutlichtanlage läuft bestimmt nicht mit Akku. Wer einen Parkplatz plant, sollte auch einen Abzweig von der Landstraße einrechnen. Wenn das Land eine Abbiegerspur möchte, dann wird es richtig teuer, denn die Landstraße ist dafür zu schmal.

Enthalten sind auch nicht die Kosten für Gutachter und Gebühren, oder Kompensationsmaßnahmen für den Naturflächenverbrauch. Für das Regenwasser aus der Drainage gibt es keinen Abfluss. Der Ansatz für die Einebnung des Platzes muss mindestens dreimal so hoch sein.

Neben weiteren teuren Kleinigkeiten kommt auf das Ganze noch 9 Prozent Planungshonorar. Und schon hat Schwelm eine kleine Elbphilharmonie. Wie würden Sie entscheiden, wenn es mit ihrem eigenen Geld und nicht mit Steuergeldern bezahlt werden soll?

Gerne kann ich jedem, der es möchte, die Zahlen und Pläne erläutern. Man trifft mich oft beim Café Rabenschwarz. Die Einladung gilt ganz besonders für Herrn Bosselmann. Dann kann er mich auch kennen lernen, bevor er das nächste mal über mich schreibt. Ich zahle auch den Kaffee. (...)

Am Schluss noch ein Wort zum Inhalt der Medieninformation. Was macht die SPD im Rat mit ihren 12 Sitzen eigentlich falsch, wenn immer die kleine FDP mit 3 Sitzen Schuld sein soll, wenn nichts fertig wird? Vielleicht liegt es daran, das 12 Sitze einfach keine Mehrheit sind. Man müsste mit allen Parteien im ständigen Austausch sein. Der Ton der „Medieninformation“ ist da nicht hilfreich.