Zwölf Gäste aus Polen lernen die Stadt kennen

Die Austauschschüler mit ihren Gastgebern und Bürgermeister Claus Jacobi vor der Stadtharfe.
Die Austauschschüler mit ihren Gastgebern und Bürgermeister Claus Jacobi vor der Stadtharfe.
Foto: Jacqueline Stork

Gevelsberg..  Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs entstand zwischen dem Gevelsberger Gymnasium und dem polnischen Kopernikus-Gymnasium eine Freundschaft und ein Austausch. Jetzt sind erneut zwölf Schüler, sowie zwei Lehrerinnen aus Chelmno zu Gast in Gevelsberg.

Bürgermeister Claus Jacobi empfing die deutschen Gastgeber und polnischen Jugendlichen im Ratssaal. Um die Verständigung untereinander sicherzustellen, wurde hier nur englisch gesprochen. Und so „kramte“ Claus Jacobi sein Schulenglisch wieder hervor. „Ich bin stolz und glücklich euch begrüßen zu dürfen“, wandte sich der Bürgermeister an seine polnischen Gäste. Er skizzierte die Freundschaften und Partnerschaften, die Gevelsberg innerhalb Europas pflegt.

Kulturen kennenlernen

In dem Schüleraustausch mit Chelmno sieht Jacobi eine Weiterentwicklung der Partnerschaft mit Szprotawa. „Es ist wichtig für uns, verschieden Kulturen kennenzulernen. Das sichert die Freiheit und den Frieden in Europa“, betont Claus Jacobi. Drei Städtepartnerschaften pflegt Gevelsberg. So besteht neben der Partnerschaft zu Szprotawa eine enge Verbindung zum französischen Vendôme und zum italienischen Butera.

Die polnischen Schüler nutzten die Gelegenheit, um mehr über Gevelsberg zu erfahren. Bürgermeister Claus Jacobi stand dabei gerne Rede und Antwort. „Wie groß ist der Stadtrat und wie häufig tagt er?“, fragten die Austauschschüler neugierig. Jacobi gab daraufhin einen kurzen Abriss über die politischen Verhältnisse in Gevelsberg.

Freundschaft über Ländergrenzen

Chelmno ist mit 19 000 Einwohner deutlich kleiner als Gevelsberg. Mit der Zeit ist der Schüleraustausch gewachsen. Lisa Schneider und Reiner Zwirnmann organisieren ihn auf der deutschen, Adriana Grzywacz und Monika Szwarocka-Loba auf der polnischen Seite. Die Lehrer schätzen an diesem Austausch vor allem eins: Es entstehen Freundschaften über Ländergrenzen hinweg. Im März dieses Jahres reisten die Gevelsberger Gymnasiasten für eine Woche nach Chelmno und hatten die Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen.

„Ich habe die polnische Kultur erlebt und sogar polnische Volkstänze gelernt“, erinnert sich der 16-jährige Wolf. Auch die 17-jährige Nova denkt positiv an die Zeit in Chelmno zurück: „Ich wurde so herzlich empfangen und kann inzwischen sogar ein bisschen Polnisch.“

Alle deutschen Austauschschüler mussten sich entweder auf Deutsch oder auf Englisch in Chelmno verständigen, denn polnisch steht in Gevelsberg nicht auf dem Stundenplan. „Mit den Jüngeren war das überhaupt kein Problem, fast alle sprechen sehr gut englisch oder können sogar gut deutsch. Nur mit der älteren Generation kann man sich dann nur mit Händen und Füßen verständigen, denn sie sprechen wirklich nur polnisch“, berichtet die 15-jährige Bianca von ihren Erfahrungen.

In Polen reisten sie unter anderem nach Danzig und besichtigten das Konzentrationslager Stutthof. In Gevelsberg steht nun Kultur auf dem Programm. „Wir möchten, dass die polnischen Schüler die Region kennenlernen und auch etwas über den Strukturwandel im Ruhrgebiet erfahren“, erklärt Lisa Schneider. Die Schüler fahren gemeinsam nach Köln, Bonn und Hagen, bevor die polnischen Gäste am 2. Juni wieder die Heimreise antreten.