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Feuer in Ennepetal-Voerde

Zweite Gaststätte durch Feuer verloren

22.02.2012 | 19:56 Uhr

Ennepetal.Besonders tragisch ist das Unglück auch für die Pächterfamilie Nowak. Sie standen schon einmal vor den Trümmern ihrer beruflichen Existenz.

„Ich weiß es noch ganz genau“, meinte gestern Ulla Nowak. Es war der 10. Januar 1985, als am Nachmittag das „Deutsche Haus“ in Flammen stand. „Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt“, so die beliebte ehemalige Wirtin. Lötarbeiten waren die Ursache des Feuers im „Deutschen Haus“.

Sohn Rüdiger, der später eine Wirtschaft im City Center in Voerde betrieb und vor etwa 15 Jahren den „Westfälischen Hof“ übernahm, arbeitete seinerzeit in der Gaststätte seiner Eltern Ulla und Hermann im Service.

Auch beim „Deutschen Haus“ handelte es sich um ein historisches Voerder Gebäude. „Das Haus war über 200 Jahre alt, schätzt Ulla Nowak.

Auch Ulla Nowak wurde gestern durch die Sirenen geweckt, doch da ahnte sie noch nicht, dass es sich um die Gaststätte ihres Sohnes Rüdiger handelt. „Die Kinder wollten mich erst einmal schonen“, erzählte sie. Vorsichtig wurde ihr die Nachricht übermittelt.

„Mama, dass ich das zweimal erleben muss....“, habe Sohn Rüdiger später gemeint.

Auch Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen erinnert sich noch genau an den Tag, als das „Deutsche Haus“, das übrigens nur wenige Meter vom Westfälischen Hof entfernt stand (gegenüber vom Parkplatz der Rosine), den Flammen zum Opfer fiel. Wiggenhagen hat die Bilder noch vor Augen. Er war seinerzeit als Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes im Einsatz.

Wie das „Deutsche Haus“, so war auch der „Westfälische Hof“ einer der ältesten Gaststätten und Heimat vieler Vereine.

Der Kaninchenzuchtverein, die Königsangler, der Shantychor, die TG Voerde, aber auch die Feuerwehr und viele andere trafen sich dort regelmäßig, fühlten sich wohl in der gutbürgerlichen Gaststätte.

Die ehemalige Wirtin und Hausbesitzerin, Lisa Heringhaus, die am 26. Februar 90 Jahre alt wird, stand viele Jahre selbst hinter der Theke. Ihr Mann Herbert war selbst aktiv in der Löschgruppe Voerde.

Sabine Nölke

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