Zum Finale fliegen Himbeeren durch die Küche

Hochkonzentriert richten Michael Zander (links) und Jochen Hussong das Hauptgericht an. Am Ende setzt sich der Herausforderer durch.
Hochkonzentriert richten Michael Zander (links) und Jochen Hussong das Hauptgericht an. Am Ende setzt sich der Herausforderer durch.
Foto: WP

Schwelm..  Die Himbeeren fliegen durch die Gegend, die Birnenpfanne kracht, der Schweiß rinnt in Strömen – und am Ende des Abends sieht die Küche aus wie ein Schlachtfeld. Bei der gemeinsamen Aktion von unserer Redaktion und dem Westfalenhof in Schwelm, Helden am Herd, zeigen Profikoch Jochen Hussong und Herausforderer Michael Zander aus Schwelm vollen Einsatz. Am Ende muss sich Hussong unserem Leser geschlagen geben. Doch das eigentliche Ziel des Abends ist erreicht: Köche und Juroren haben einen wunderschön-kulinarischen Abend.

Vorbereitungen

Punkt 17 Uhr lüften wir das Geheimnis der Zutaten, die Michael Zander bestellt hatte. Während er sofort loslegt, fällt Jochen Hussong die Kinnlade auf die Brust. Da liegen drei Tafeln Schokolade neben Bauchspeck, Parmesan neben Garnelen. „Das sieht krass aus“, sagt Hussong und blickt zu Zander, der bereits konzentriert zu Werke geht. Im Hintergrund läuft Rockmusik von AC/DC, während der Profi sich zurecht legt, wie er denn aus diesem Sammelsurium ein Drei-Gänge-Menü zaubert, das die Jury am Ende des Abends überzeugt.

Die trifft auch nach und nach im Westfalenhof ein. Jürgen Hohagen, Sabine Thomas und Meike Wüsthoff – alle aus Schwelm – nehmen mit den beiden Gevelsbergerinnen Sabine Wolff und Kerstin Flockenhaus am festlich gedeckten Tisch platz. Service-Chef Thorsten serviert Wein. Der Blick in die Küche verrät: Sie bekommen heute sechs vollkommen unterschiedliche Gerichte serviert.

Vorspeise

Parmesan-Süppchen mit Garnelenspießen und Käseplätzchen hat Michael Zander zubereitet, Jochen Hussong setzt dem ein Rührei mit Garnelen entgegen. Am Jury-Tisch herrscht gefräßige Stille, vor allem die Suppe zaubert den Kampfrichtern ein zufriedenes Lächeln auf das Gesicht. Dementsprechend fällt ihr Votum aus. 5:0 für Michael Zander.

Hauptgang

Das Ergebnis kennt in der Küche natürlich niemand. Doch Hussong ist sich sicher: „Die Vorspeise hast Du gewonnen, Michael.“ Der hegt derweil Zweifel an seinem Hauptgang: „Der Speck wird polarisieren.“ Unterm Strich kommen zwei vollkommen unterschiedliche Kreationen auf den Tisch: Einmal fruchtig, einmal herzhaft.“ Jetzt diskutiert auch die Jury. Wer mag gekochte Früchte? Wer ist großer Pfeffer-Fan? Fazit: Geschmackssache. Nachdem die Teller leer sind, heißt es beim Hauptgang 3:2 Punkte für den Profi. 7:3 für Michael Zander.

Nachspeise

Als die Glocke zum dritten und letzten Mal an diesem Abend klingelt, ist es vollbracht. Jeder Koch hat drei Gerichte kredenzt, ist gespannt wie ein Flitzebogen auf das Votum der Juroren.

Die machen sich jetzt richtig Gedanken, können sich kaum entscheiden. Beides schmeckt, aber was besser? Beides sieht hervorragend aus, beides wir komplett aufgegessen. Sogar die Begleitungen der Juroren dürfen einmal probieren. Am Ende entscheiden geschmackliche Nuancen, dass Jochen Hussong nach dem Hauptgericht in der Jurygunst auch den zweiten Gang mit 3:2 Stimmen für sich entscheiden kann. Doch die verspielten Punkte aus der Vorspeise konnte er trotzdem nicht mehr auf holen. Am Ende heißt es:

9:6 für Michael Zander.

Aufräumen

In der Spüle stapelt sich das Geschirr, Himbeeren liegen auf dem Boden, die Schürzen der beiden Kochs zeigen, dass sie mit vollem Einsatz gearbeitet haben. Michael Zander und Jochen Hussong stoßen mit einem Glas Pils an, sind erschöpft, aber glücklich.

Dann treten sie vor die Esser. Die nippen am Espresso oder Schnäpschen, sind pappsatt und hochzufrieden. Aus ihrer Sicht haben alle sechs Gerichte gemundet, nur manche eben besser als andere. Als er das Ergebnis erfährt, ist die Freude riesig bei Michael Zander. Jochen Hussong wirkt hingegen ein wenig geknickt. „Natürlich habe ich den sportlichen Ehrgeiz zu gewinnen, aber Michael kann echt super kochen“, sagt Hussong. Und der Sieger? Der freute sich mehr im Stillen, analysierte den Abend noch einmal: „Ich habe mir schon gedacht, dass mein Warenkorb ihm Schwierigkeiten bereitet. Es war ein toller Abend und eine super Erfahrung.“

Die nächste Runde „Helden am Herd“ findet im Sommer statt.