Zugführer zieht Notbremse – Großeinsatz in Gevelsberg

Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr auf den Gleisen rund um die Waldstraße in Gevelsberg.
Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr auf den Gleisen rund um die Waldstraße in Gevelsberg.
Foto: Alex Talash
Was wir bereits wissen
Der Verdacht war schrecklich, bestätigt hatte er sich glücklicherweise aber nicht: Weil ein Zugführer glaubte, einen Menschen überrollt zu haben, zog er am Donnerstagabend in Gevelsberg die Notbremse und schlug Alarm.

Gevelsberg.. Zwei Stunden lang durchsuchten Feuerwehr und Polizei die Gleisanlagen rund um die Waldstraße, ein Hubschrauber kreiste über der Stelle. 23.23 Uhr dann die Entwarnung. Gefunden wurde niemand.

Großeinsatz der Gevelsberger Feuerwehr

Die Meldung bei der Gevelsberger Feuerwehr ging um 21.20 Uhr ein: drei Personen unter dem Zug. An der Einsatzstelle angekommen, habe sich schnell herausgestellt, dass nur von einer Person die Rede war und der Lokführer, der unter Schock stand. Es sei nicht sicher gewesen, ob tatsächlich jemand unter den Triebwagen geraten sei, erklärt Feuerwehrchef Rüdiger Schäfer. Deshalb habe er eine groß angelegte Suche gestartet, auf beiden Gleisen und auch etwas abseits der Strecke.

Großübung Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte, habe der Lokführer einen Schlag gegen die Lok vernommen und daraufhin die Notbremsung eingeleitet. An der Einsatzstelle war später auch davon die Rede, dass ein Mensch seinen Kopf in den Gleisbereich gehalten habe. 24 Einsatzkräfte der Feuerwehr suchten zusammen mit Mitarbeitern der Polizei und Bundespolizei den Bereich großräumig ab.

Von 22.38 bis 23.23 Uhr kreiste zur Unterstützung ein Hubschrauber der Bundespolizei mit einer Wärmebildkamera über die Gleise. Aber auch die Suche am Boden blieb ohne Ergebnis. „Wir haben keinen Anhaltspunkt gefunden, dass jemand verletzt wurde“ erklärt Schäfer. Wenn tatsächlich jemand überfahren worden wäre, hätte man Spuren an der Lok oder den Gleisen finden müssen. Doch das sei glücklicherweise nicht der Fall gewesen.

16 Züge über S-Bahnstrecke umgeleitet

Mit Scheinwerfern und Taschenlampen leuchteten die Wehrleute großräumig die Bahnanlage und die Gleise ab. Die Züge wurden in der Zwischenzeit über die S-Bahnstrecke umgeleitet. 16 Züge, die in beiden Richtungen zwischen Hagen und Wuppertal unterwegs waren, waren davon betroffen. Die Bahn meldete Verspätungen von etwa zehn Minuten pro Zug.

Nachdem der Einsatz abgeschlossen war, habe nach Auskunft der Deutschen Bahn der Lokführer seine Fahrt in Richtung Ennepetal fortsetzen können. Was genau geschehen ist, und ob sich tatsächlich Personen im Gleisbereich aufgehalten haben, konnte nicht ermittelt werden.