Zufriedene Gesichter bei Einzelhändlern

Geschenkt wurde viel in Gevelsberg.
Geschenkt wurde viel in Gevelsberg.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ

Gevelsberg..  Die Gevelsberger Einzelhändler haben in diesem Jahr mit einem zufriedenen Gesicht unter dem Weihnachtsbaum gesessen. Das Geschäft ist - anders als in den ersten Bilanzen auf Bundesebene - in der Engelbertstadt gut gelaufen. Von Ergebnissen wie im Vorjahr ist die Rede. Das ergab gestern eine Umfrage unserer Zeitung.

„Ich glaube, dass alle Geschäftsleute zufrieden mit dem sind, was sie in der Adventszeit erreicht haben. Vielleicht gibt es den einen oder anderen, der sich mehr erhofft hat, aber der hat vielleicht auch seine Ziele zu hoch gesteckt“, meint Susanne Schumacher, Vorsitzende des Gevelsberger Stadtmarketingvereins Pro-City. Nach ihren Beobachtungen habe die festliche Einkaufssaison mit dem Martinsmarkt stark begonnen, das eigentliche Weihnachtsgeschäft habe dann aber später begonnen.

Ohne Stimme ausgefallen

Auch für sie selber - Susanne Schumacher ist Inhaberin der traditionsreichen Buchhandlung Appelt - sei 2014 ein „sehr gutes Jahr“ gewesen. „Das Buch als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum hat noch lange nicht ausgedient“, versichert die Expertin, dass die modernen Medien das bedruckte Papier noch nicht gänzlich abgelöst haben. Aufgefallen sei ihr, die Gevelsberger Kunden ihrer Buchhandlung seien treu geblieben, „aber auch viele Käufer grade aus Ennepetal sind in diesem Jahr hinzugekommen.“

Für Susanne Schumacher selbst war das diesjährige Weihnachtsgeschäft schneller beendet, als ihr lieb gewesen ist: „Bei mir hat die Stimme versagt, ich habe kein einziges Wort heraus bekommen. So fällt man als Einzelhändlerin natürlich im Weihnachtsgeschäft komplett aus. Da konnte ich gleich zuhause bleiben.“

Mit dem für sein Angebot ungünstiges Wetter hadert Werner Tasbier, Inhaber von zwei Modegeschäfte in der Gevelsberger Fußgängerzone, langjähriger Pro-City-Vorsitzender und jetzt immer noch Chef des örtlichen Einzelhandelsverbandes: „Wegen der Wetterverhältnisse war es eine sehr schwere Saison für den Bekleidungshandel insgesamt, in der das Geschäft im Weihnachtsmonat allerdings für uns sehr ordentlich gewesen ist.“ Wenn er als Geschäftsmann alles zusammen gerechnet habe, „dann werden wir sicher wieder auf dem Vorjahresniveau landen. Und damit können wir zufrieden sein.“

Männer schenken eher Gutscheine

Zwischen den Tagen sei es eher ruhig: „Viele Menschen habe frei.“ Einige Frauen seien aber auch schon in die Geschäfte gekommen, „die sich bei der Einschätzung der Statur ihrer Ehemänner doch etwas verrechnet haben.“ Männer würden in dieser Beziehung dann eher auf Nummer sicher gehen: „Sie kaufen einen Schal, der passt natürlich immer oder verschenken einen Gutschein.“ Der Geschenkgutschein von Pro-City ist längst zum Renner geworden - nicht nur in der Weihnachtszeit.

Der plötzliche Wintereinbruch habe sich in seinen Modegeschäften bisher noch nicht ausgewirkt. Werner Tasbier weiß aus langjähriger Erfahrung: „Wenn sich das Wetter ändert, dann brauchen die Menschen immer so zwei Tage, um sich umzustellen.“

„Wir haben die Ergebnisse des Vorjahres erreicht und somit sind wir natürlich zufrieden. Es ist für einen Einzelhändler immer eine Erleichterung, wenn er das für sein Geschäft am Ende eines Jahres feststellen kann“, sagt Philippe Marie, mit seiner Frau Diana Inhaber von Juwelier Haarhaus. Einen Wermutstropfen im Weihnachtsgeschäft gibt es für ihn aber doch: „Im ganzen Jahr ist in Gevelsberg eine Menge los, es ist eine richtige Einkaufs- und Freizeitstadt. Nur an den Adventssamstagen ist es leider sehr ruhig.“

Neue Impulse gefordert

Dabei habe man doch eine beeindruckende Weihnachtsbeleuchtung, ein gutes Service-Angebot und gebe den Kunden die Möglichkeit, selbst vor Weihnachten gut und in aller Ruhe beraten zu werden. Der Juwelier hatte sein Geschäft an den ersten beiden Adventssamstagen bis 16 Uhr und an den beiden letzten bis 18 Uhr geöffnet gehalten. Das habe sich nicht gelohnt. „Das ist ein Trend den wir seit drei Jahren feststellen“, erklärt Marie.

Vielleicht liege es auch daran, dass der Kunde nicht sicher sein könne, dass alle Geschäfte, bei denen er einkaufen möchte, an den Samstagen auch länger geöffnet haben. Da fehlt aus Verbrauchersicht eine gewisse Verlässlichkeit. „Ich kann mir vorstellen, dass wir Einzelhändler und vielleicht auch Pro-City Impulse setzen müssen“, so Philippe Marie. Für ihn als Juwelier sei das Weihnachtsgeschäft natürlich besonders wichtig: „Aber ich glaube, für alle anderen Einzelhändler in Gevelsberg auch. Schließlich geht ja jeder in dieser Zeit mit Wünschen im Kopf durch die Stadt.“