Wohin mit VHS und Musikschule?

Schwelm..  Jetzt muss es zügig gehen, eine offensichtliche Lösung haben die Schwelmer Verwaltung und Politik allerdings noch nicht in petto. Das städtische Gebäude Kaiserstraße 69 muss in diesem Jahr verkauft werden. Jetzt müssen die Verantwortlichen eine neue Heimat für die Volkshochschule und die Musikschule finden. Das muss bis Jahresfrist abgeschlossen sein.

Dass die Kommune das Gebäude aufgibt, ist nicht neu. Bereits im alten Haushaltssanierungsplan ist dieses für das Jahr 2016 nicht mehr aufgeführt. Beschleunigung in die Geschichte brachte der gemeinsame Antrag zum Haushalt für das Jahr 2015 von CDU, Grünen, FDP sowie SWG/BfS. Dort steht: „Die Veräußerung des Gebäudes Kaiserstraße 69 wird auf das Jahr 2015 vorgezogen und im Jahr 2015 vollständig umgesetzt.“

Eingeplant sind 735 000 Euro Verkaufserlös sowie jährliche eingesparte Betriebskosten in Höhe von 38 000 Euro. Wollte man, diese – wie im Haushaltssanierungsplan bereits aufgeführt – im kommenden Jahr bereits komplett einsparen, so wäre der Abschluss der Maßnahme in diesem Jahr ohnehin zwingend notwendig gewesen.

Fremdmieten nicht ausgeschlossen

Jochen Stobbe sieht bei der Umsetzung allerdings gewisse Schwierigkeiten, wie er den Mitgliedern des Finanzausschusses am Donnerstagabend mitteilte: „Wir müssen VHS und Musikschule neu unterbringen, suchen auch nach dezentralen Lösungen, die nicht nur zwölf Monate sondern langfristig Bestand haben. Hier zeichnet sich jedoch ab, dass dafür Umbaumaßnahmen notwendig werden.“ Das Stadtoberhaut geht davon aus, dass das Backsteingebäude noch in diesem Jahr leergezogen sein wird, dies aber nicht möglich sei, ohne Fremdmieten zu zahlen. „Wir gehen derzeit davon aus, dass dies im letzten Quartal 2015 passiert“, sagt Stobbe.

Offen ließ der Bürgermeister wo er mit VHS und Musikschule hinwill, sprich: an wen die Stadt Fremdmiete zahlt. Geht es nach CDU-Fraktionsvorsitzenden Oliver Flüshöh, ist eine solche Miete überhaupt gar nicht notwendig. „Da sollten wir uns von dem Gedanken der Zentralität verabschieden. Wir haben in zahlreichen Schulen den gesamten Tag über leer stehende Klassenräume, in denen diese Angebote stattfinden könnten“, sagte er.

Für die Volkshochschule sieht er auch die Option, Kurse aus Schwelm in andere Städte zu verlagern. „Wir sollen zum Beispiel mit den Gevelsbergern und den Ennepetalern sprechen, ob dies eine Möglichkeit wäre“, so Flüshöh.

Fakt ist: Wollen die Schwelmer ihre selbst gesteckten Ziele einhalten, sollten sie zügig eine Lösung finden. An dieser Stelle schoss Grünen-Fraktions-Chef Marcel Gießwein in Richtung des Bürgermeisters: „Der eigentliche Beschluss ist aus dem Jahr 2014. Da hätte sofort gehandelt werden müssen.“