WM-Feier kommt Fan teuer zu stehen

Ennepetal..  Der Abend des 13. Juli 2014 ging in die Geschichte ein. Die Deutsche Nationalmannschaft wurde zum vierten Male Weltmeister. Zu sehr „Freuen“ allerdings ist die Geschichte eines 30-jährigen Ennepetalers. Der nämlich empfand den Erfolg der Balltreter als gerechtfertigt, auf der Heilenbecker Straße auch mit Silvester-Böllern um sich zu werfen. Das konnte nicht gut ausgehen.

Ennepetaler warf Knallkörper

Vor allem, als ein Knallkörper direkt neben des Pkws eines 36-jährigen Klutertstädters explodierte. Der war nicht begeistert, von der übertriebenen Begeisterung, hielt an und stieg aus. Es kam zur verbalen und dann handgreiflichen Auseinandersetzung. Der „Böller-Werfer“ musste sich nun wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten.

Laut Anklage habe er den Autofahrer mit Fäusten zusammengeschlagen und dem am Boden Liegenden noch einmal ins Gesicht getreten. Der Geschädigte erlitt laut Attest Platz- und Schürfwunden, multiple Prellungen, eine Gehirnerschütterung sowie eine Stauchung der Halswirbelsäule. 25 Tage musste er krankgeschrieben werden.

Angeklagter zeigt Reue

Der Angeklagte gab sich reuig und gab zu: „Ja ich habe den ersten Schlag gesetzt, danach weiß ich nicht mehr alles.“ Laut Polizei hatte er 1,42 Promille im Blut. Strafrechtlich war somit eigentlich schon alles geklärt. Allerdings stellte der Anwalt des Geschädigten einen so genannten Adhäsions-Antrag auf 1600 Euro. Ein solcher bezieht sich auf Schmerzensgeld. Verteidigerin Sonka Mehner-Heurs bot 1200 an. Es kam zum Vergleich.

Doch für den 30-jährigen Angeklagten wurde es natürlich noch teurer: 400 Euro wegen Körperverletzung verhängte das Gericht. Auch die Prozesskosten und die Auslagen des Nebenklägers, dürften den Kluterstädter, Vater zweier Kinder, noch sehr lange belasten. Opferanwalt Wortmann: „Tja, man hätte sich aufgrund des WM-Gewinns vielleicht lieber in den Armen gelegen!“

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