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Schwelmer Brauerei

„Wir brauen kein Bier mehr“

28.07.2011 | 20:58 Uhr
„Wir brauen kein Bier mehr“
In Schwelm wird kein Bier mehr gebraut. Foto Christina Makarona

Schwelm. Der Rettungsschirm für die Brauerei Schwelm ist zusammengeklappt. Genau um 15.09 Uhr erreichte Brauerei-Verkaufsleiter Stefan Jukic die Schreckens-Mail von Insolvenzverwalter Manfred Gottschalk. Darin teilte der Herdecker Rechtsanwalt die Kündigung aller 32 Arbeitsverhältnisse und die endgültige Schließung des Unternehmens spätestens bis zum 30. September mit.

„Ich sehe keinen Silberstreifen mehr am Horizont“, sagte gestern Manfred Gottschalk unserer Zeitung. Er begründet den Schritt mit der Entscheidung der Großkunden, das Schwelmer Bier aus ihrem Sortiment zu nehmen. Das habe zu einer Verschlechterung der Absatzsituation und einem dramatischen Umsatzrückgang von rund 50 Prozent geführt. Fällige Zahlungen würden von Händlern zurückgehalten, um diese mit künftigen Leergutforderungen verrechnen zu können. Dies lasse keinen Raum mehr für vertretbare Kapitalspritzen.

18 Mitarbeiter schon
ab Montag freigestellt

Noch vor wenigen Tagen hatten die Mitarbeiter wieder Hoffnung auf eine Zukunft gehabt. Sieben Schwelmer Unternehmer hatten unter Beteiligung von Bürgermeister Jochem Stobbe an einem Rettungsschirm für das 1830 gegründete Traditionsunternehmen gearbeitet. Doch vor dem Hintergrund der dramatischen wirtschaftlichen Entwicklungen seien diese Bemühungen hinfällig geworden. Gottschalk: „Innerhalb von drei Tagen ist alles in sich zusammengestürzt.“

Verkaufsleiter Stefan Jukic hat noch gestern alle erreichbaren Mitarbeiter über die Kündigungen informiert. 18 Mitarbeiter werden ab Montag von ihren Pflichten freigestellt, bekommen ihr August-Gehalt dann vom Arbeitsamt. Für alle gilt eine Kündigungsfrist von maximal drei Monaten – so gibt es das Insolvenzrecht her.

Die verbliebenen Arbeitnehmer werden die Restproduktion vermarkten. „Der letzte Sud ist schon durch, wir brauen nicht mehr“, sagte Stefan Jukic unserer Zeitung. Die Gär- und Lagertanks sind voll, das reiche für rund 50 000 Kästen Schwelmer Bier. Stefan Jukic: „Dann ist Schluss.“ Das Restbier soll über verschiedene Einzelhändler in Ennepetal, Gevelsberg, Schwelm und Wuppertal die Kunden erreichen. Über einen Hofverkauf werde nachgedacht.

Bernd Richter

Kommentare
30.07.2011
13:57
„Wir brauen kein Bier mehr“
von freischwimmer | #15

Brauerreisterben ohne Ende bis nur noch die Riesen mit dem modernen Einheitsbier überbleiben. Felsenqellwasser nein Danke !

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„Wir brauen kein Bier mehr“
„Wir brauen kein Bier mehr“
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http://www.derwesten.de/staedte/ennepetal/wir-brauen-kein-bier-mehr-id4916152.html
2011-07-28 20:58
Bier, Brauerei, Alkohol, Getränke, Fass, Kneipe, Gaststätte, Konzern, Schlegel
Ennepetal