Wieder Streit ums Führungszeugnis

Ennepetal..  Im Nachgang des Jugendhilfeausschuss meldet sich nun die Vorsitzende des Stadtsportverbands Ennepetal, Andrea Schilken, zu Wort. In der Sitzung ging es um die Einführung des erweiterten Führungszeugnisses. Die Teilnehmer der Sitzung machten dabei deutlich, wie wichtig sie es finden, dass alle Vereine sich in einer Vereinbarung dazu verpflichten, diese Zeugnisse in der Jugendarbeit einzufordern. Sie bemängelten, dass viele Sportvereine noch nicht unterzeichnet hätten.

Keine praktikable Lösung

Andrea Schilken erklärte in diesem Zusammenhang, dass sich der Stadtsportverband seit Monaten in intensiven Gesprächen um eine wirkungsvolle Regelung befinde, die auch praktikabel sei. „Nur so wird der Schutz der Kinder, den wir alle gemeinsam anstreben, auch erzielt.“

Der Stadtsportverband habe den Entwurf einer Vereinbarung der Jugendämter im Ennepe-Ruhr-Kreis aus mehreren Gründen kritisiert, fährt Schilken in einer offiziellen Mitteilung fort.

Der Entwurf sei mit den Trägern der freien Jugendhilfe im Sport nicht abgestimmt worden. Zudem würden viele Experten die Vorlage des erweiterten Führungszeugnisse als die untauglichste Maßnahme zum Kinderschutz halten, so Schilken. „Er sieht kein umfassendes Präventions- und Schutzkonzept vor.“ Dieser Entwurf sei für Ehrenamtliche im Sport untauglich und schadete der Engagementbereitschaft.“ Schilken kritisiert, dass der Entwurf zur Vereinbarung Aspekte des Datenschutzes, der Abwicklung und der Anerkennung von Sportvereinen als Träger der freien Jugendhilfe ungeklärt lasse. „Außerdem besteht Rechtsunsicherheit zur Bedeutung und zu den Konsequenzen bei einer (Nicht-) Unterzeichnung der Vereinbarung oder (Nicht-) Vorlage der Führungszeugnisse.“ Laut Stadtsportverband werde mit viel Aufwand wenig erreicht, auch nicht eine wirksame Verbesserung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen. Die Vorsitzende des Stadtsportverbandes bemängelt vor dem Gespräch am 5. Februar, „in dem wir mit der Verwaltung gemeinsam über eine gute Lösung sprechen wollen, die verzerrte Darstellung seitens des Jugendamtes.“ Sie verschärfe den Konflikt und erschwere eine Einigung. Die Sportvereine seien ernsthaft um eine Verständigung bemüht und fühlten sich nun vor den Kopf gestoßen.

Unverständnis über Vorgehen

Jugendamtsleiter Georg Heller hatte zuvor erklärt, dass bei einer Nicht-Unterzeichnung der kreisweit einheitlichen Vereinbarung, die Förderung der Vereine eingestellt würde. Andrea Schilken betont, dass der Stadtsportverband Ennepetal völliges Unverständnis für das Vorgehen der Stadtverwaltung in der Diskussion über das erweiterte Führungszeugnis für Übungsleiter habe.