Wie lange bleibt die Brauerei noch Brache?

Bisher hat Euroconcept das Brauereigelände noch nicht komplett bezahlt.
Bisher hat Euroconcept das Brauereigelände noch nicht komplett bezahlt.
Foto: www.blossey.eu

Schwelm..  Kaum eine Frage ist in Schwelm derzeit schwerer zu beantworten als: Was passiert wann auf der Brauerei-Brache? Morgen wird der Bebauungsplan Thema im Hauptausschuss sein, der nach Informationen dieser Zeitung mehrheitsfähig ist. Ebenso ist ein städtebaulicher Vertrag, der dem Investor – der Firma Euroconcept mit Sitz in der Schweiz – vorgelegt werden soll, abgestimmt worden.

Städtebaulicher Vertrag beschlossen

Hier hat es allerdings hinter den Kulissen zwischen den Politikern mächtig geknirscht. Streitpunkt: Kommt in den Entwurf des Vertrags, der Verhandlungsgegenstand zwischen Stadt und Investor werden wird, eine Verpflichtung, dass Euroconcept sich verpflichtet, in den Sichtachsen zehn Jahre lang Einzelhandel anzusiedeln oder reicht die Formulierung „ist bestrebt“? Für diejenigen, die sich noch erinnern: Als exakt diese Diskussion vor etwas mehr als einem Jahr nicht enden wollte, zog Burkhard Pass als Eigentürmer des Geländes die Reißleine. Er stoppte die Entwicklung und wollte das Gelände abstoßen.

Als Käufer unter zahlreichen Interessenten fand sich die Euroconcept AG mit Direktor Kurt Breit an der Spitze, der seine Pläne für das Schwelm-Centro bereits im vergangenen September in der Kreisstadt vorgestellt hat und sein eigenes Konzept durch den Schwelmer Architekten Bernd Lange auf die ursprünglichen Pläne von Burkhard Pass aufsetzen ließ. Um so mehr dürfte es Kurt Breit freuen, dass der städtebauliche Vertrag ihn nicht verpflichtet, in die Sichtachsen Einzelhandel anzusiedeln sondern ihn lediglich dazu auffordert, sich darum zu bemühen und falls das nicht klappen sollte, auch keinerlei Repressalien vorsieht.

Burkhard Pass ist optimistisch

Doch: Läuft bei der Kaufabwicklung alles wie geplant? Die wildesten Gerüchte machen in Schwelm die Runde. Die Übereignung – so teilte Kurt Breit den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung damals mit – sollte laut notariellem Vertrag zum 31. Dezember vergangenen Jahres erfolgen. Neben der Kaufsumme – es handelt sich um einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag – war Breit optimistisch, Investoren zu finden, die ihm 24 Millionen Euro für seine extra gegründete Euroconcept Development GmbH mit Sitz in Konstanz zur Verfügung stellen, um das Vorzeigeprojekt innerhalb von 18 bis 21 Monaten zu bauen, wie er selbst im September als Zeitfenster nannte – ohne sich auf einen Baubeginn festzulegen.

Diese Eigentumsübertragung soll bislang nicht stattgefunden haben. Nachfrage bei Burkhard Pass. „Wenn das Verfahren abgeschlossen ist, denke ich, dass Pass Invest endgültig aus der Sache raus ist.“ Euroconcept habe bereits einen Teil der Summe gezahlt „und ich denke, dass Herr Breit seiner Verpflichtung nachkommen wird, wenn es so weit ist“, so Burkhard Pass. Und weiter: „Es dauert noch eine Weile, bis wir weitere Forderungen geltend machen können.“

Pass geht davon aus, dass alles reibungslos verläuft, vor allem, nachdem der städtebauliche Vertrag dem Investor diese Freiheiten lasse.