Wie die „CSI Ennepe-Ruhr“ Täter ermittelt
03.08.2010 | 19:20 Uhr 2010-08-03T19:20:00+0200Ennepe-Ruhr.Spurensuche bei der Kripo: Wie Schraubenzieher, Schuhsohlen und Schraubendreher einen Verbrecher verraten, meinen viele aus dem Fernsehen zu wissen. Wir schauten „echten“ Polizisten bei ihrer Arbeit zu.
Wie funktioniert eigentlich die Spurensuche bei der Kripo? Für Ingo Eisenbarth liegt der Vergleich mit einer beliebten Fernsehserie auf der Hand. „Willkommen bei der CSI Ennepe-Ruhr“, scherzt der durchtrainierte 45-Jährige. Zusammen mit seinem Kollegen Wilfried Stoeck (59) bildet er den Erkennungsdienst und die Spurensicherung der Kreispolizeibehörde. Ein Bericht über die beiden Kriminalpolizisten mit dem Einsatzgebiet Ennepe-Ruhr.
Es gibt Kundschaft. Ein Osteuropäer wollte mit Karten-Rohlingen einen Geldautomaten in Schwelm überlisten. Er wurde dabei erwischt und muss nun erkennungsdienstlich behandelt werden. Der Stuhl, auf dem der Verdächtige fotografiert wird, scheint aus dem Erbe von Kommissar Keller alias Erik Ode zu stammen, die Blitzanlage und die Personenwaage auch. Dafür nimmt jetzt der Computer die Fingerabdrücke ab. „Wir haben dafür einen Scanner, der sogar erkennen kann, wenn ein falscher Finger – also zum Beispiel der Daumen statt des geforderten Mittelfingers – aufgelegt wird“, erklärt Eisenbarth. Das Stempelkissen ist aber nicht im Abfallkorb gelandet. Es liegt noch immer griffbereit. Computerausfälle gibt es schließlich auch bei der Polizei.
Die selbe Methode wie beim Zahnarzt
Eisenbarth und Stoeck werden gerufen, wenn es überhaupt Spuren am Tatort gibt: „Wenn zum Beispiel die Scheibe eines Autos eingeschlagen wurde, um eine Handtasche zu klauen, dann haben wir kaum eine Chance.“ Anders sieht das bei einem Einbruch aus. Da können die Spuren vielfältig sein. Natürlich wird nach Fingerabdrücken gesucht. Übrigens so, wie man es aus den Krimis im Fernsehen kennt. Rußpinsel machen die Abdrücke sichtbar, die unverwechselbar sind. Die werden dann mit einer Klebefolie aufgenommen. Spezialisten des Landeskriminalamts in Düsseldorf können sie dann mit den Daten vergleichen, die bereits vorhanden sind.
Auch mit Handschuhen kann ein Einbrecher nicht unbedingt spurlos vom Tatort verschwinden. „Da gibt es zum Beispiel den Fall, dass ein Einbrecher eine Dachluke aufgebrochen und sich dabei verletzt hat. Die kleine Blutspur reicht für eine DNA-Analyse. Ein Haar auch, allerdings nur, wenn auch die Wurzel daran ist“, berichten die beiden Spezialisten.
„Jede Sohle ist anders“
Auch ein Schuhabdruck kann ein Verbrechen klären. „Jede Sohle ist anders“, sagt Wilfried Stoeck und deutet auf einen Gipsabdruck in seiner Hand. Dort ein Stein, der sich ins Profil gedrückt hat. Hier eine einseitige Abnutzung. Der eingeprägte Name des Herstellers ist bei einem Buchstaben unterbrochen. Helfen kann eine solche Spur allerdings nur, wenn der Träger des Schuhs schnell erwischt wird: „Nach drei Monaten hat sich das Profil schon wieder verändert.“ Bei Raubüberfällen muss der Täter oft nervös auf sein Opfer warten. Er zieht an seiner Zigarette: „Wir achten dann darauf, ob wir mehrere Kippen finden.“
Die Schränke der beiden Männer in ihrem Schwelmer Büro sind voll mit den unterschiedlichsten Hilfsmitteln, um Spuren vom Tatort sozusagen mit zum Schreibtisch zu nehmen: Etwa Schmauchspuren von Waffen oder Faserspuren von Kleidern. Darunter sind auch Tuben mit Silikon: „Das Material wird von Zahnärzten benutzt, um Abdrücke vom Gebiss zu machen.“
Spurensuche im Kofferraum
Für die beiden Männer von der Spurensicherung haben sie einen ganz anderen Zweck. Sie halten damit die Spuren fest, die das Einbruchswerkzeug hinterlassen hat. „Jeder Schraubendreher, jedes Brecheisen ist anders“, erklären Eisenbarth und Stoeck. Da war zum Beispiel mal ein Fall, bei dem eine Einbrecher-Bande mit dem Auto unterwegs war. Die Ganoven fühlten sich von der Polizei verfolgt, ließen den Wagen stehen und flüchteten zu Fuß weiter. Sie wurden geschnappt. Im Kofferraum ihres Fahrzeuges wurde Werkzeug gefunden. Ihnen konnte nachgewiesen werden, dass damit rund 30 Einbrüche begangen wurden.
Bleibt noch die Frage, ob die Kollegen von Eisenbarth und Stoeck auch immer so lange auf die Berichte der Spurensicherung warten müssen, wie die Fernseh-Kommissare, die sich dauernd darüber beklagen. Die beiden lachen: „Nein, dass muss in Wirklichkeit ganz schnell gehen. Ein Verdächtiger kann nur 24 Stunden festgehalten werden. Spätestens am nächsten Morgen ist der Bericht da.“ Damit wäre Derrick mancher Ärger erspart worden.
13:14
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13:06
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13:05
Auch ein Bekannter von mir kam in den Genuss einer Wohnungsdurchsuchung. Seit fast vier Monaten wartet er nun schon darauf, dass die Kripo sich bei ihm meldet. In ein paar Tagen hören Sie von uns, hieß es. Aber bis heute gab es keine Befragung (außer dem was während der Durchsuchung geredet wurde) und auch sonst ist weiter nichts passiert seitdem. Finde ich schon spannend, mit welcher Geschwindigkeit da vorgegangen wird. Seinen Rechner wird mein Bekannter wohl eher nicht wieder sehen, wenn da nichts mehr passiert jetzt.
Also so richtig toll kann ich auf Grund dieser Geschehnisse, die im Detail noch viel mehr aussagen, was ich aber hier jetzt nicht ausführe, zumal ich nicht selbst dabei war, die Arbeit der hiesigen Kripo nicht finden.
Zum Artikel selbst:
Ohne Fehler kann DerWesten nicht, leider.
Schraubenzieher - Schraubendreher wurde schon erwähnt.
„Nein, dass muss in Wirklichkeit ganz schnell gehen. Nicht in jedem Fall schreibt man dass mit ss hinter einem Komma. In diesem zum Beispiel nicht.
Aber erstaunlich wenige Fehler für einen DerWesten-Artikel. muss ich schon sagen.
08:17
Auch ich bin in die Fänge des CSI EN geraten. Man hat meine Wohnung durchsucht, obwohl dafür nicht die rechtlichen Voraussetzungen vorlagen. Ein Gericht hat dies später festgestellt, aber das macht das Schockerlebnis nicht rückgängig.
Ich habe die mir unterstellten Taten nicht begangen, die Staatsanwaltschaf stellte das Verfahren später ein.
Mein Vertrauen in die Polizei ist seitdem dahin und wenn ich lese, wie diese hier hochgelobt werden, krieg ich echt Kotzreiz!
17:31
Ganz ehrlich: Warum müssen alle hier im Forum denn immer nur motzen! ich verstehe das nicht...
Wir sollten alle froh sein, als Teil einer funktionierenden Gesellschaft(mit einer guten Polizeiarbeit) zu leben. Es gibt viele Regionen auf der Welt, wo es wirklich einiges zu kritisieren gibt. Hey Leute, AUFWACHEN! Für 89,5 % der Weltbevölkerung (Angabe geschätzt) leben wir im Schlaraffenland...
09:15
Was die Polizei, unser FREUND UND HELFER, hier bei uns leistet habe ich am eigenen Leib schon zu spüren bekommen... Die Spurensicherung, HA HA. Die war in meinem Fall so gut, das nicht der Schuldige, sonder ich zur Beschuldigten wurden. Und das nur, weil die Spurensicherung ganz offensichtliche Sachbestände nicht aufgenommen hat (trotz Rückfrage). Wenn ich dann diesen Bericht lese, kommt mir mein Frühstück wieder hoch...
08:08
Und wenn CSI EN es nicht schafft mit ihrer Spezialtechnik die gewünschte Person als Täter zu überführen, schustert man sich einfach irgendwelche haarsträubenden Begründungen zusammen.
23:11
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