Wie das Leben in der Region lebenswerter wird

Stadtmitarbeiter Stephan Langhard und Waldemar Guderian bei der Infoveranstaltung zum „Leader-Projekt“.
Stadtmitarbeiter Stephan Langhard und Waldemar Guderian bei der Infoveranstaltung zum „Leader-Projekt“.
Foto: WP

Ennepetal..  Ideen, wie es sich in den ländlichen Kommunen Ennepetal, Gevelsberg, Breckerfeld, Sprockhövel und Wetter besser leben lässt, gibt es viele. Das wurde bei der Infoveranstaltung im Haus Ennepetal am Montagabend deutlich. Wichtig ist nun, dass daraus Projekte entwickelt werden, die dem NRW-Ministerium so sehr gefallen, dass es im Rahmen des „Leader-Förderprogrammes“ Geld für deren Umsetzung gibt. Bis Februar muss die kommunenübergreifende Bewerbung stehen.

Ziel ist es, Negativentwicklungen im ländlichen Raum entgegen zu wirken, spezifische Potenziale zu nutzen, die Wirtschaftsaspekte dabei zu berücksichtigen und die Besonderheiten der Kommunen im Blick zu haben. Die Wunschliste ist groß. Beim Treffen in Ennepetal standen die Schwerpunkte Dorfentwicklung und Wirtschaft im Mittelpunkt. Am Ende gab es zwei Pinnwände voll mit Projektvorschlägen.

Dorfentwicklung im Fokus

Eine Art Ausrüstungs-Sammelbörse, bei der sich die Vereine in den Städten bedienen könnten, um sich eine Bierzeltgarnitur, Musikanlage oder Lichttechnik auszuleihen, um Veranstaltungen besser durchzuführen, war ein Vorschlag. Die Bürger sehen als wichtigen Schritt zur Belebung der Städte, die Stadtteile attraktiver zu machen, zum Beispiel mehr Angebote für Jugendliche zu schaffen. Außerdem wünschten sich die Teilnehmer des Regionalforums am Montagabend eine Art Dienstleistungszentrum in den Stadtteilen. Einen Ort, wo mobile Ärzte oder Frisöre hinkommen sollen, Ehrenamtliche könnten dort - mit Unterstützung der Kommune – einen Laden oder Kneipe führen. So könnte ein Haus der Kommunikation geschaffen werden. Die Idee kam zudem auf, ein Backhaus zu gründen, wo jeder, der will, seinen Teig verarbeiten kann und mit anderen ins Gespräch kommt. Mehr Blumenpaten sollen gefunden, die Rosenstraße ausgebaut werden.

Kooperationen von Firmen

Neben den Verschönerungen und Verbesserungen der Aufenthaltsqualität soll auch viel auf wirtschaftlicher Ebene geschehen. Regional-Läden, so die Teilnehmer in Ennepetal, seien eine gute Sache, damit sich heimische Anbieter präsentieren können: mit regionalen Produkte, Gastronomie, Kultur und Tourismus-Angeboten unter einem Dach.

Innovative Firmen und Unternehmen sollen anderen die Möglichkeit geben, von ihnen zu lernen, sich mit anderen an einen Tisch setzen und Kooperationsmöglichkeiten suchen. Auch die Partnerstädte der teilnehmenden Kommunen sollen mitmachen können. Eine gute Möglichkeit, die den heimischen Firmen bei der Bewältigung des Fachkräftemangels helfen könnte, sei, Flüchtlinge, die beruflich qualifiziert sind, in die Unternehmen vor Ort einzubinden.

Ein Rundkurs entlang der Weltmarktführer wurde ebenso vorgeschlagen wie Strukturen zu schaffen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu verbessern.

Solche Treffen wie am Montagabend hat es bereits mehrere gegeben. Dr. Jürgen Schewe von MSP Impuls-Projekt hat die Moderation im Bewerbungsprozess übernommen und wird nun aus allen Vorschlägen ein Konzept erarbeiten. „Einige Projekte, die thematisch zusammen passen, könnten zum Beispiel als Leitprojekt gebündelt werden“, erklärt er. Handlungsfelder gebe es viele: Demographischer Wandel, Kulturlandschaft, Mobilität, Klimaschutz, Soziales und Grundversorgung. Beim Thema Tourismus ist den Bürgern der Region bisher am meisten eingefallen. Für sie stehen im Vordergrund die Industrie, die geologischen und landschaftlichen Gegebenheiten.

Viele Vorzüge vor Ort

Die Kommunen zwischen Ennepe und Ruhr haben vielen zu bieten – jetzt kommt es darauf an, dass sie diese Vorzüge mit durchdachten Projekten gut in Szene setzen. Denn nur dann klappt es mit der Bewerbung – und mit einer dicken Finanzspritze, um das Leben vor Ort noch lebenswerter zu machen.