WGS greift nach letztem Strohhalm

Michael Zander hat sich mit der WGS beschäftigt, weil er ein Aus als unglaublich schädlich für die Stadt Schwelm ansieht. Auch wenn er keine Geschäft hat, will er sich projektbezogen mit Daniela Weithe engagieren.
Michael Zander hat sich mit der WGS beschäftigt, weil er ein Aus als unglaublich schädlich für die Stadt Schwelm ansieht. Auch wenn er keine Geschäft hat, will er sich projektbezogen mit Daniela Weithe engagieren.
Foto: WP

Schwelm..  Jetzt wird’s ernst: Wenn Daniela Weithe am Mittwoch um 20 Uhr die Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Schwelm (WGS) eröffnet, entscheidet sich, ob der Einzelhändlerverband sich neu aufstellt und dringend notwendige Reformen angehen will oder ob wenige Stunden später nach 61 Jahren der Tod der WGS beschlossen wird.

Die Nachricht, dass die WGS ganz kurz vor dem Aus steht, war in der Kreisstadt eingeschlagen wie ein Bombe. Die Einzelhändler selbst diskutieren seitdem angestrengt, was notwendig ist, um den Verein am Leben zu erhalten. Aber auch etliche Menschen, die kein Geschäft betreiben, machen sich intensive Gedanken darum, wie das drohende WGS-Ende abzuwenden ist. Einer von ihnen ist Michael Zander.

Hoffen auf viele Mitglieder

„Ich bin ihm sehr dankbar, dass er Dinge zu Papier gebracht hat, die diskussionswürdig sind und durchaus in einem Konzept für die Zukunft münden könnten. Das zeigt, dass die WGS kein sterbender Schwan ist, sondern unheimlich großes Potenzial in sich trägt“, sagt Daniela Weithe, 1. Vorsitzende der Werbegemeinschaft Schwelm, die die Hoffnung nicht aufgibt, dass sich die Einzelhändler am Mittwoch zusammenraufen und sich Engagierte finden, die in verantwortungsvoller Position im Verein mitarbeiten wollen.

Daher, so Weithe, sei es unglaublich wichtig, dass bestenfalls alle Mitglieder am Mittwoch ab 19.30 Uhr (Einlass) im Berghauser Hof erscheinen. Dann sei sie froher Hoffnung, mit vereinten Kräften den Verein am Leben zu erhalten. Basis für Umstrukturierungen und Verbesserungen könnte das Papier von Michael Zander sein.

Der Ist-Zustand

Zander kommt zu dem Ergebnis, dass die Kommunikation mit Politik und Verwaltung zwar funktioniere, die Öffentlichkeitsarbeit jedoch enorme Luft nach oben biete. Vor allem WGS und GSWS würden oft von den Bürgern in einen Topf geworfen. „Die Aufgabenfelder müssen klarer definiert werden“, sagt Daniela Weithe.

Zweiter großer Mangel, den Zander ausgemacht hat: „Der konkrete Nutzen einer Mitgliedschaft ist nur unzureichend bekannt und kann nur schwer kommuniziert werden.“ Das hat zur Folge, dass es einerseits an Bereitschaft der Mitglieder mangelt, sich aktiv einzubringen, andererseits die Akquise neuer Geschäftsleute für die WGS schwer möglich ist.

Nutzen für die Mitglieder

Zuvorderst kümmert sich die WGS um die drei verkaufsoffenen Sonntage im Jahr während der beiden Trödelmärkte und des Weihnachtsmarkts. „Der Verwaltungsaufwand ist sehr hoch. Außerdem verfügen wir über eine Veranstalterhaftpflicht, die sonst jeder selbst abschließen müsste“, sagt Daniela Weithe.

Bei Veranstaltungen und Verkaufsaktionen trägt die WGS den Löwenanteil der Privatwerbung, bei Gemeinschaftswerbungen verhandelt sie Sonderkonditionen für die Mitgliedsfirmen, um die frequenzbringenden Veranstaltungen zu bewerben.

Das könnte sich ändern

Aufkleber sollen auf die Mitglieder hinweisen. Nur in diesen Geschäften können von den Schwelmern Gutscheine eingelöst werden. Versammlungen und Rundschreiben sollen eine höhere Regelmäßigkeit erhalten. Unternehmensprofile könnten auf die dann stets aktualisierte Internetseite gebaut werden. Auf Facebook soll die Präsenz erhöht werden. Die Mitgliedergewinnung soll forciert, die Zusammenarbeit mit der GSWS intensivier werden. Die Stadt in Quartiere einzuteilen und die WGS als Dachorganisationen dieser zu platzieren, könnte eine Lösung sein.

Ob das in die Tat umgesetzt wird, entscheidet sich am Mittwoch, 27. Mai. Dann wird’s ernst für die WGS.