Wer spendiert den O’Reillys ein neues Album?

Die Fangemeinde der O’Reillys nimmt ständig zu
Die Fangemeinde der O’Reillys nimmt ständig zu
Foto: WAZ FotoPool

Gevelsberg..  Sie haben Gevelsberg zum „Little Dublin“ gemacht – das behaupten die Musiker von „The O’Reillys and the Paddyhats“ wenigstens selbst von sich. Die sieben Mitglieder der Band, die sich der irischen Musik verschrieben haben, sind nie um eine originelle, ausgefallene Idee mit einem Schuss Selbstironie gewürzt verlegen. So auch nicht bei der Finanzierung ihres zweiten Albums. Kein Witz: Die O’Reillys bitten um Spenden und in den ersten Tagen sind bereits 2090 Euro zusammen gekommen.

Wie die Beatles in Liverpool ihre Heimat hatten, sehen sich die O’Reillys als waschechte Gevelsberger Iren. Wenn man schon Shows in Russland, Spanien und Frankreich gespielt hat und das Publikum immer größer wird, dann kommt man sich vielleicht sogar schon ein bisschen groß vor. Beim Blick in die Kasse ändert sich das schnell. „Manchmal zahlen wir sogar drauf“, erzählt Franz Wüstenberg, unter dem Pseudonym Sean O’Reilly Sänger der Band. „Man stellt sich das immer so leicht vor, ein paar Konzerte im Monat und schon steht das Rock’n’Roll-Leben mit Roadies und Hotelsuiten vor der Tür. Aber, so leicht ist das nicht.“

Erstes Album vor drei Jahren

Vor drei Jahren ist ihr erstes Album „The Sound of Narrow Streets“ auf den Markt gekommen. Davon wurden inzwischen eintausend Exemplare an die Frau und den Mann gebracht. Inzwischen eine durchaus bemerkenswerte Zahl auf dem Musikmarkt. Sie ist aber immer noch nicht so groß, dass Unterhaltungskonzerne ihre Schatullen öffnen, um die Produktion eines Albums zu finanzieren.

So suchten die Gevelsberger Musiker ihr Heil im Internet. Dort gibt es zum Beispiel bei der Plattform „Startnext“ eine „Volksfinanzierung“ oder auch „Crowfunding“. Dort können kreative Menschen ihre Projekte vorstellen und eine Summe festlegen, die sie für die Realisierung benötigen. „Startnext“ legt dann ein Konto an, auf das die Spenden für das Projekt eingezahlt werden. Der Haken an der Geschichte: Ist bis zu einem gewissen Stichtag die vorher festgelegte Summe nicht erreicht worden, überweist „Startnext“ das bisher eingezahlte Geld an die Spender zurück.

Schon 2090 Euro zusammen

Die bisher gesammelten 2090 Euro sind also noch nicht in der Tasche von „The O’Reillys and the Paddyhats“. Die Summe, die sie haben möchte, wurde von der Band auf 8000 Euro festgelegt. Der entscheidende Stichtag, um die Marke zu knacken, ist der 15. Mai. „Wir hätten natürlich auch einen niedrigeren Betrag nehmen können, um auf Nummer sicher zu gehen, aber wir wollen uns dieses Mal ein richtig gutes Studio für die Aufnahmen gönnen“, erklärt Franz Wüstenberg.

Natürlich wollen sich die Gevelsberger Iren nicht die komplette Produktion ihres neuen Albums durch Spenden finanzieren lassen: „Wir steuern auch einen Beitrag zu“, erklärt Franz Wüstenberg. Das wird auch nötig sein: Insgesamt würden sicherlich Kosten in fünfstelliger Höhe entstehen.

Wer will, der kann einfach eine Spende abgeben. „Auch ein Euro ist uns herzlich willkommen“, versichert Wüstenberg. Der Unterstützer kann aber zum Beispiel auch ein Fanpaket kaufen. Für 25 Euro gibt es zum Beispiel ein Exemplar des neuen Albums auf Vorbestellung. „Natürlich ist der Betrag höher als der Preis, den die CD später kosten wird, aber der Kauf soll eben auch zur Finanzierung beitragen“, erläutert der Sänger die Hintergründe.

Für 50 Euro gibt es das alte Album sozusagen im Doppelpack noch dazu. Für 100 Euro ist ein Kochkurs us zu zweit mit Bandmitglied Ian McFlannigan zu haben. Man kann sich die Band auch ins eigene Wohnzimmer holen. „Wir spielen natürlich akustisch, damit wir die Nachbarn nicht strapazieren“, erklärt Banjo-Spieler Dwight O’Reilly augenzwinkernd.

Spenden nicht nur im Internet

Und wer dem Internet aus vielleicht verständlichen Gründen nicht traut, der kann auch auf ganz traditionellen Weg das Projekt, das nur eigene Stücke enthalten wird, unterstützen. Sänger Franz Wüstenfeld hat für jede Idee ein offenes Ohr unter der Handy-Nummer 0 176 / 31 17 49 22. Zu wünschen ist ihnen der Erfolg. Vielleicht macht das Gevelsberg noch ein Stückchen mehr zu einer „Grünen Insel“, wie man Irland nennt.

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