„Wer nimmt noch alles was?“

Da wäre es fast passiert: Ich hätte um ein Haar nicht neben der Frau, die morgens für gewöhnlich neben mir aufwacht, meine Augen aus dem Tiefschlaf aufgeschlagen. Schuld an diesem Beinahe-Fauxpas trägt die Gevelsberger Kirmes. Am Samstag wollten wir uns nur kurz die Schräge hochschieben lassen, ein Häppchen essen, ein Bierchen trinken und zeitig die Rückreise in die eigenen vier Wände antreten. Schließlich musste meine Liebste pünktlich zum Frühstück mit Freunden vor dem Kirmeszug erscheinen, ich hatte einen arbeitsreichen Tag vor der Brust.

Ein letztes Pils sollte es auf dem Hof von Saure werden. Doch plötzlich fanden wir uns inmitten alter Freunde wieder, die wir ewig nicht mehr gesehen hatten – also eigentlich seit der Kirmes im vergangenen Jahr. Ein Pläuschchen hier. Geschichten von früher da. „Wir müssen uns unbedingt öfter treffen.“ „Ich hole Getränke. Wer nimmt alles noch was?“ Näää, wat is dat schön!

Dann der Blick auf die Uhr. Schock! Wir waren doch eigentlich nur ganz kurz hier. Abwärts und zwar flott, sonst hätten wir noch den Schalter suchen müssen, um als Letzte das Licht auszuknipsen. So sind wir tatsächlich doch wieder nebeneinander aufgewacht – auch wenn es knapp war, denn geschlafen haben wir kaum.