Wenn der Schnee zu einer Gefahr für Fußgänger wird

EN-Südkreis..  Bei den momentanen Temperaturen denkt kaum noch jemand an die kurze Schneephase um Neujahr. Und trotzdem, der Winter kann sich jederzeit zurückmelden. „Sobald größere Schneemengen gefallen sind, fragen sich viele Hausbesitzer, ob sie Maßnahmen gegen mögliche Dachlawinen ergreifen müssen – beispielsweise durch das Anbringen von Schneefanggittern“, erklärt Hans-Michael Schiller, 1. Vorsitzender des Verband Wohneigentum NRW.

Der Gesetzgeber sagt grundsätzlich, dass alle Hausbesitzer aufgefordert sind, bei Gefährdungen entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Denn Schneelawinen können große Gefahren für Fußgänger darstellen und auch immense Schäden beispielsweise an parkenden Fahrzeugen verursachen. In solch einem Fall stellt sich immer sofort die Frage der Haftung.

Nicht jedes Gebäude ist gleich

Aber nicht jedes Gebäude ist gleich. Das eine Haus steht direkt am Bürgersteig, das andere vielleicht weitab mitten in einem großen Garten. Von daher ist die Anbringung von Schneefanggittern, die einen wirkungsvollen Dachlawinenabgang verhindern helfen, auch nur unter ganz bestimmten Bedingungen Pflicht und hängt von verschiedenen Faktoren ab. So beispielsweise von der Schneelage des jeweiligen Ortes sowie der Beschaffenheit und Lage des Gebäudes.

Fünf Schneelastzonen

Steht ein Haus an einer Straße in einem schneereichen Gebiet und weist es eine Dachneigung von mehr als 45 Grad auf, ist die Anbringung eines Dachlawinenschutzes in jedem Fall Pflicht. Doch nicht immer sind die Rahmenbedingungen so eindeutig.

Deutschland ist in fünf Schneelastzonen – 1, 1a, 2, 2a und 3 – unterteilt. Zone 1 umfasst Gebiete mit niedrigen Schneelasten, Zone 3 hingegen Regionen mit hohen Schneelasten. In Nordrhein-Westfalen sind weite Teile des Landes der Zone 1 zugeordnet, weisen demnach eher eine geringe Schneelast auf. Das ist beispielsweise in Schwelm und Gevelsberg der Fall. In diesen Gebieten besteht somit in der Regel keine grundsätzlich Verpflichtung zum Anbringen von Schneefanggittern.

Anders ist das in der Stadt Ennepetal, die der Zone 2 zugeordnet ist. Wer dort lebt, sollte sich genau erkundigen, ob an seinem Haus ein entsprechender Dachlawinenschutz montiert werden muss. „Wer Klarheit wünscht, kann sich beispielsweise an den Dachdecker in seiner Nähe wenden. Hier werden Eigentümer fachkundig und umfassend zu diesem Thema beraten“, so Hans-Michael Schiller weiter.