Weniger Flüchtlinge im Kreis

In das ehemalige Schulgebäude, in dem bisher VHS und Musikschule untergebracht waren, hat  die Stadt Schwelm Platz für etwa 120 Flüchtlinge geschaffen. Noch steht es leer.
In das ehemalige Schulgebäude, in dem bisher VHS und Musikschule untergebracht waren, hat die Stadt Schwelm Platz für etwa 120 Flüchtlinge geschaffen. Noch steht es leer.
Foto: Andreas Gruber
Was wir bereits wissen
  • Schwelm rechnet mit 14 Zuweisungen, Ennepetal mit 60, Gevelsberg keinen
  • In jeder Stadt steht genügend Wohnraum parat
  • Die kürzlich geschaffene Unterkunft an der Kaiserstraße steht noch immer leer

Ennepetal..  Die Lage im Kreis ist entspannt. Viel entspannter, als noch vor einem Jahr. Damals erreichte die Flüchtlingskrise die Kommunen unvorbereitet. Es gab zu wenig Unterbringungsmöglichkeiten, noch keine geregelten Strukturen. Mittlerweile hat sich viel getan. Es gibt ein enges Netzwerk aus Helfern und Institutionen, an Unterbringungsmöglichkeiten in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal mangelt es vorerst nicht - und die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge ist planbarer geworden. Zumindest aktuell.

Schwelm

Die Stadt Schwelm rechnet derzeit mit maximal 14 Menschen, die noch bis zum Ende des Jahres der Kreisstadt von der Bezirksregierung Arnsberg zugewiesen werden könnten. Die Behörde ist für die Verteilung der Menschen in dieser Region zuständig. Jede Kommune hat eine Quote, die sie zu erfüllen hat, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht. In Schwelm beträgt sie nach derzeitigem Stand bereits 97 Prozent. Mit den 14 zusätzlichen Flüchtlingen wären die 100 Prozent erreicht. Die Quote selbst errechnet sich nach dem Königsteiner Schlüssel (siehe Infokiste) und hängt vor allem von den Flüchtlingszahl selbst ab. Und die ist nun deutlich gesunken. Zuzüge gebe es in Schwelm aktuell nur durch Familienzusammenführungen und Geburten, teilt Heike Rudolph von der Schwelmer Stadtverwaltung mit. 427 Flüchtlinge werden vom Fachbereich Soziales in Schwelm aktuell betreut. Vor einigen Wochen hatte die Stadt noch mit ganz anderen Zahlen gerechnet.

Untergebracht seien alle dezentral, das sei wichtig für die Integration der Flüchtlinge, heißt es vonseiten der Stadt. Und das sei auch in Zukunft das Ziel, sofern es gelingt auch weiterhin ausreichend Wohnraum vorzuhalten. Auch wenn die Stadt auf einen Anstieg der prognostizierten Flüchtlingszahlen vorbereitet ist. Noch ist niemand in der Sammelunterkunft an der Kaiserstraße untergebracht, sie ist Ende September fertig gestellt worden. Dort ist Platz für etwa 120 Menschen.

Ennepetal

In Ennepetal wurde seit Ende September mit der Zuweisung von zehn Menschen pro Woche gerechnet - bis zum Jahresende. Die neueste Information aus Arnsberg besagt, dass nur noch 60 Menschen insgesamt kommen sollen. Mit Stand 17. Oktober leben in der Stadt 317 Flüchtlinge.

Probleme bei der Unterbringung sieht die Verwaltung nicht. Es gebe genügend Wohnraum. Zwei Mehrfamilienhäuser seien erst kürzlich gekauft worden und würden gerade renoviert, außerdem gebe es noch Unterbringungsmöglichkeiten in den Unterkünften in Hasperbach und in der Albert-Schweitzer-Schule, dort wohnen aktuell 61 Menschen.

Mehrere Monate sind wenige Flüchtlinge der Stadt dauerhaft zugewiesen worden, diese Zeit sei genutzt worden, erklärte Michael Schmidt im Rahmen eines politischen Ausschusses. Grund dafür war die Erstaufnahmeeinrichtung der Bezirksregierung Arnsberg in der Kreissporthalle, die bis April geöffnet war. Diese Menschen, die dort seit September 2015 angekommen waren und von dort aus den jeweiligen Kommunen gebracht wurden, konnten der Quote angerechnet werden. Seit Ende September muss Ennepetal wieder Menschen aufnehmen.

Gevelsberg

Die Quote übererfüllt habe Gevelsberg, davon gehen die Stadtverantwortlichen zumindest aktuell aus und rechnen damit, in der nächsten Zeit erst einmal keine Flüchtlinge zugewiesen zu bekommen. Insgesamt seien bisher 550 Flüchtlinge in der Stadt aufgenommen worden, aktuell warten 350 Menschen darauf, dass ihr Asylverfahren beendet ist. So wie auch in Schwelm, sind die Zugezogenen dezentral untergebracht. Die Sammelunterkunft im ehemaligen Opel-Autohaus steht leer. Da sich die Zahlen der Flüchtlinge jederzeit aber ändern können, hat die Gevelsberger Verwaltung bei der Bezirksregierung darum gebeten, der Stadt 14 Tage Vorlauf zu geben.
Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Gevelsberg