Weniger Alkoholvergiftungen bei Teenagern

Komasaufen und seine Folgen sind seit Jahren ein großes Problem.
Komasaufen und seine Folgen sind seit Jahren ein großes Problem.
Foto: dpa

Schwelm..  Die Zahl von Kindern und Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden, ist seit Jahren rückläufig. Allerdings sind es nicht mehr vornehmlich männliche Teenager, die wegen einer akuten Toxikation behandelt werden müssen. Es sind inzwischen fast genauso viele Mädhen und junge Frauen, die aufgrund einer lebensgefährlichen Trunkenheit in der Notaufnahme landen.

22 Behandlungsfälle in 2014

Das Phänomen einer Alkoholvergiftung ist offenbar ein rückläufiges. Zumindest lassen die aktuellen Zahlen des Helios-Klinikums darauf schließen. Während 2012 insgesamt 31 Teenager und im Jahr darauf 28 Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis19 Jahren mit einer akuten Alkoholvergiftung ins Schwelmer Hospital eingeliefert wurden, waren es im vergangenen Jahr 22. Damit liegen die Zahlen der Schwelmer Notaufnahme durchaus im Landestrend. Auch hier gehen die Fälle von akuten Alkoholvergiftungen, die notärztlich behandelt wurden, seit Jahren zurück. Das Landesamt für Statistik weist beim Vergleich 2012 zu 2014 unterm Strich 14,7 Prozent weniger Behandlungsfälle aus.

Die grundsätzlich positive Entwicklung wird aber von einer augenfälligen Veränderung begleitet. Der Rückgang geht vor allem auf geringere Fallzahlen bei den männlichen Teenagern zurück. Wurden 2012 noch 20 Jungen und junge Männer mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert, waren es 2014 insgesamt 12. Im selben Vergleichszeitraum sank die Zahl der eingelieferten Mädchen und jungen Frauen gerade mal von 11 auf 10. Anders gesagt: Alkoholvergiftungen waren vor Jahren eher typisch für männliche Teenager, heute sind fast genausoviele Mädchen und junge Frauen betroffen.

Die Angaben des Helios-Klinikums decken sich damit mit denen des statistischen Landesamtes. Auch NRW-weit fiel der Rückgang bei den männlichen Teenagern mit 17,8 Prozent deutlicher aus als bei Mädchen und jungen Frauen (-10,1 Prozent). Der Anteil der weiblichen Patientinnen stieg von 40 Prozent im Jahr 2012 auf 48 Prozent nur ein Jahr später.