Weitere Zeugen sollen Klarheit bringen

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Schwelm..  „Wenn der Vater mit dem Sohne..“. Wegen gemeinschaftlicher, teils gefährlicher Körperverletzung müssen sich derzeit ein 65-jähriger Papa und sein 24-jähriger Filius vor dem Schwelmer Strafgericht verantworten.

Vater und Sohn

Während der Junior, laut Anklage der Staatsanwaltschaft, einen in etwa Gleichaltrigen auf der Holthausstraße in der Nähe seines Elternhauses mit einem Faustschlag niedergestreckt habe, sei der Vater hinzugekommen und habe ordentlich mitgemischt. Der Senior sei mit einem Zaunpfahl auf das Opfer und einen Begleiter losgegangen und habe damit brutal auf Beide eingeschlagen. Der Hauptkontrahent der Beiden, der Anzeige erstattete, erlitt nachweislich einen tiefen, blutigen Riss am Kinn und mehrere Brust-Hämatome.

Beide gaben sich nun beim ersten Gerichtstermin selbst als Opfer. Mehr als eine Stunden lamentierten sie über die angeblichen Hintergründe. Ganz offensichtlich steckt letztlich nur eine Fehde zwischen dem 24-Jährigen und einem Nebenbuhler um eine gemeinsame Ex-Freundin dahinter. Es gab monatelang Knatsch. Der junge Angeklagte gab sogar zu, aus Notwehr dem Geschädigten „einen verpasst“ zu haben. Einen Holzlatten-Schlag oder sogar mehrere bestritt der 65-jährige Vater vehement.

Das Gericht kam keinen Schritt weiter, weil das angebliche Opfer trotz gerichtlicher Ladung nicht zur Verhandlung kam. Es erging ein Ordnungsgeld gegen den Fehlenden. Der Prozess soll nun im Oktober neu aufgerollt werden. Dazu will Richter Tobias Ozimek sage und schreibe ein Dutzend weitere Zeugen laden, die zwar nichts zum Geschehensablauf beitragen können, aber zum Clinch zuvor aussagen möchten. Ob dieser Aufwand nötig ist oder verschwendete Zeit, sei einmal dahingestellt. Selbst wenn es im Vorfeld Provokationen gab, geht es letztlich in diesem Verfahren nur um das Kerngeschehen in der Anklageschrift.