Weder sachlich noch finanziell überzeugend

Katholische Schule Rüggeberg. Die Stadtvertretung in Ennepetal hat mit Mehrheit entschieden, dass die Katholische Schule nach Rüggeberg verlagert werden soll. Wie der Presse zu entnehmen war, sprach die Bürgermeisterkandidatin der SPD von einer „politischen Entscheidung“. Was auch immer sie damit gemeint haben mag. Eine sachliche Entscheidung war es demnach jedenfalls nicht und ein Schelm, wer sich das Richtige denkt.


Es ist schon erstaunlich, wie die Befürworter eines Umzugs nach Rüggeberg auf einmal ihr Herz für diese Schule entdecken und darauf hinweisen, wie vorteilhaft dieser Umzug doch sei. Jedem ist natürlich klar, dass der Akzent dabei nicht auf „katholisch“, sondern auf Schule zu setzen ist. Hauptsache Rüggeberg bleibt als Schulstandort erhalten. Und die Eltern des ganzen Stadtgebietes, die ihre Kinder zur Katholischen Grundschule schicken wollen, sollen dafür sorgen, dass das so bleibt. Bei allem Verständnis für den Wunsch der Eltern in Rüggeberg, aber hier wird die besondere Konstellation der Katholischen Schule schlicht und einfach für einen lokalen Ortsegoismus missbraucht. Wie gesagt, eine „politische Entscheidung“.


Ist es verwunderlich, dass die Eltern der Katholischen Schule jetzt mobil machen und mit allen Mitteln gegen diese Entscheidung vorgehen? Die Unterschriftenaktion zeigt, dass sie nicht bereit sind, die Entscheidung der Stadtvertretung widerspruchslos hinzunehmen.


Schon immer war diese Schule vom Bürgerwillen getragen. Weil sich eine Gruppe von Bürgern für sie einsetzte, wurde sie gegründet. Weil viele Eltern es wollten, wurde sie nach der zwangsweisen Auflösung im 3. Reich nach dem Krieg wieder ins Leben gerufen. Es ist also gute Tradition, wenn sich die Anhänger dieser Schule in einer Unterschriftenaktion für ein Bürgerbegehren einsetzen. Natürlich habe ich unterschrieben. Ich ertrage es auch, als „Stimmvieh“ bezeichnet zu werden und ich hoffe auf ganz viele Unterschriften.


Die geplante Verlagerung der Katholischen Grundschule nach Rüggeberg ist weder sachlich noch finanziell überzeugend zu begründen. Und eines ist ganz sicher: Sollte es bei der Entscheidung der Stadtvertreter bleiben, wird es in absehbarer Zeit weder eine Katholische Grundschule noch eine Schule in Rüggeberg geben. Vielleicht ist das ja auch gewollt. Dann wäre das Problem ein für allemalgelöst.
Karl Walter Kohrs,
Ennepetal