Wanderer ärgern sich über Brücken-Sperrung

Ennepetal/Schwelm/Wuppertal..  Was war das für ein Nachmittag am Beyenburger Stausee: Sonne, blaues Wasser, Kanuten, Angler und Kaffee im Bootshaus direkt am Ennepetaler Ufer. Spaziergänger warfen einen Blick in die kleine Kapelle „Maria im Schnee“ oder hörten oft ein fröhliches Lachen. Doch das verstummte bei einigem, die den Stausee umrunden wollten direkt wieder, als sie an der Remlingrader Brücke angelangten.

Langer, beschwerlicher Umweg

Diese – in der Nähe des Bootshauses der heimischen Ruderer des Wassersportvereins Ennepetal gelegen – führt normalerweise direkt über den See. Doch obwohl die Brücke bereits seit August 2013 gesperrt ist, haben das viele Wanderer – vor allem auswärtige – nicht mitbekommen, so dass sie in der frohen Hoffnung auf einen schönen Spaziergang plötzlich umkehren müssen. Nur kleine Hinweisschilder teilen das mit. Immer wieder stehen Radfahrer und Spaziergänger vor der Baustellenabsperrung. Ein Ärgernis im bunten Frühlingstreiben am Ufer des Sees, der auch ein schönes Stück Ennepetal ist und der vor allem an schönen Wochenende hoch frequentiert ist.

Viele Menschen aus dem Südkreis sind jedoch nicht regelmäßig dort und stehen dann wie der sprichwörtliche Ochs vor dem Berge. Wer der empfohlenen Umleitung auf dem Hinweisschild folgt, wird durch unwegsames Gelände geführt. Der Umweg ist lang, kräfte- und zeitraubend.

Doch ein Ende der Sperrung ist während dieser Saison kaum realistisch. Denn: Nach zahlreichen Prüfungen steht fest, dass die Brücke nicht – wie ursprünglich erhofft – saniert werden kann. Sie wird noch in diesem Jahr komplett abgerissen und neu errichtet werden. Auch die ursprünglich eingeplanten 375 000 Euro, die die Stadt Wuppertal trägt, reichen bei weitem nicht aus. Nachdem sämtliche Prüfungen zur Untergrundbeschaffenheit, Durchfahrtshöhe, und so weiter mit in die Berechnungen eingeflossen sind, stehen 675 000 Euro in der Kalkulation des zuständigen Wupperverbands. Die Bezahlung hat die Stadt Wuppertal bereits zugesichert.

Auch die Draisinen stehen bald

Für die Wanderer aber am Wichtigsten: Wann können sie den Stausee endlich wieder komplett umrunden? Ilona Weyer, beim Wupperverband für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, erläutert den Zeitplan: „Wir erwarten von der Bezirksregierung Düsseldorf als zuständige Behörde in Kürze die Genehmigung.“ Ist diese eingetroffen, werde die Baumaßnahme ausgeschrieben. „Dieses Verfahren wird etwa sechs Wochen in Anspruch nehmen“, teilt Ilona Weyer mit. Es folgen Beauftragung und der Bau an sich. Bei optimalen Bedingungen steht die neue Brücke also frühestens im Oktober. „Wir wollen uns aber noch auf keinen Zeitpunkt festlegen“, macht Weyer klar. Fest steht aber: In diesem Sommer wird dort niemand mehr den Stausee überqueren.

Und noch etwas: Auf der Strecke der mehr als 100 Jahre alten Wuppertal-Bahn strampelten Familien auf Fahrrad-Draisinen von Dahlhausen über den Haltepunkt Remlingrade bis zur Eispause in Beyenburg und wieder zurück am See entlang. Alles Schöne hat wohl auch ein (vorläufiges) Ende.

Die Draisinen fahren nur noch am kommenden Sonntag. Anmeldungen werden nicht mehr entgegengenommen. Offizieller Grund für die vorübergehende Einstellung juristische Umstrukturierungen im Verein „wuppertrail“.