Vortrag: Nicht immer ist es das Herz

Schwelm..  Drücken, Brennen oder Stechen in der Brust – da kommt erst einmal Panik auf. Viele Menschen denken sofort an einen Herzinfarkt. „Aber nicht immer ist es das Herz“, betont Dr. Peter Lüsebrink. Der Chefarzt der Medizinischen Klinik im Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe erklärte bei einem Vortrag im Feierabendhaus mögliche andere Ursachen. „Dahinter stecken häufig Störungen der Speiseröhre oder des Magens, die als Herz-Symptome fehlgedeutet werden können.“ In Deutschland gehören Brustschmerzen neben Bauchschmerzen zu den häufigsten Gründen, warum Patienten notfallmäßig zum Arzt gehen.

Suche nach dem Auslöser

Ist eine Herzerkrankung erst einmal ausgeschlossen, beginnt die Suche nach dem Auslöser. Häufig sind Störungen des oberen Verdauungstraktes für die Beschwerden verantwortlich.

Vermehrter Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Reflux) kann ebenso der Grund für die Symptome sein wie zum Beispiel der sogenannte Reizmagen. Auch Entzündungen der Speiseröhre durch Infektionen, spezielle Immunreaktionen, Speiseröhrentumore oder auch mal Tabletten, die nicht bis in den Magen transportiert wurden, können diese Beschwerden verursachen. Die 25 bis 28 cm lange schlauchförmige Speiseröhre liegt im Brustraum in unmittelbarer Nähe zum Herzen, weshalb sich Speiseröhrenerkrankungen oft in Form von Brustschmerzen äußern. Diese können über mehrere Jahre anhalten und so die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken.

Störungen des Bewegungsapparats

Eine mögliche andere Ursache kann in Störungen des Bewegungsapparats liegen. „50 Prozent der Patienten, die mit Brustschmerzen zum Arzt gehen, haben Veränderungen im Knochenbau“, erklärt Chefarzt Dr. Peter Lüsebrink. Bei Erkrankungen der Brustwirbelsäule könnten zum Beispiel Rippennerven betroffen sein, die zu Brustschmerzen in der Herzregion führen.