Vorboten des Frühlings

Ennepe-Ruhr..  Haben Sie schon das erste Schneeglöckchen entdeckt? Manche Pflanzen lassen sich ja auch von der Kälte nicht unterkriegen und erfreuen uns auch in der kalten Jahreszeit mit ihren Blüten. Das Kleine Schneeglöckchen gehört zu den ganz Zeitigen.

Man findet es in Gärten und Parks oder verwildert am Wegesrand, in Waldwiesen und Laubwäldern. Mit der Blüte des Kleinen Schneeglöckchens wird der Vorfrühling eingeleitet. Im Februar, manchmal sogar schon Ende Januar, streckt es seine weißen Blüten mit dem markanten grünen Fleck durch den Schnee. Durch relativ harte Blattspitzen, die die Blüte zunächst schützen, nehmen sie dabei keinen Schaden. Gärtner wissen: das Kleine Schneeglöckchen gehört zu den sogenannten Zwiebelpflanzen, hat also mit einer Zwiebel im Boden eine Art Vorratsspeicher an Nährstoffen, der es ihm ermöglicht, schnell zu wachsen, sobald dafür günstige Bedingungen herrschen.

Nach der Blüte, ungefähr im Mai, stirbt es oberirdisch ab und überdauert in Form der Zwiebel im Boden bis zum nächsten Jahr. Erst dann sollte man die Stellen, an denen Schneeglöckchen im Garten wachsen, mähen. Die Zwiebel dient auch der Vermehrung, indem sie sich teilt. So entstehen Pflanzenklone. Diese Art der Vermehrung ist durchaus von Vorteil, denn in der Blütezeit des Schneeglöckchens ist es für Insekten, die die Blüten bestäuben und so über die Befruchtung und Samenbildung zu einer anderen Form der Vermehrung beitragen können, häufig zu kalt. Gibt es in der Blütezeit des Schneeglöckchens aber auch einmal ein paar wärmere Tage, an denen Insekten aktiv sind, dann kann der ganze Zyklus über Bestäubung, Befruchtung und Samenbildung stattfinden. Und dann wird es richtig spannend. Die Blüten bieten den Insekten Nahrung in Form von Nektar.

Fortpflanzung

Der grüne Fleck in der ansonsten weißen Blüte ist übrigens vermutlich eine Art Leitsignal für die Insekten, das anzeigt, wo es zum leckeren Nektar geht. Wenn die Insekten vom Nektar „naschen“, wird, wenn es für die Pflanze gut läuft, die Blüte mit Pollen eines anderen Schneeglöckchens bestäubt. Dann können sich die Früchte mit den Samen bilden. Wenn die Samen reif sind, senkt sich der Blütenstiel nach unten und die Früchte platzen auf. Jetzt ist der Zugang zu den Samen frei. An den Samen befinden sich kleine fetthaltige Anhängsel, die sogenannten „Elaiosomen“. Diese werden sehr gerne von Ameisen gefressen. Die Ameisen tragen die Samen zu ihrem Bau, futtern diese Anhängsel und entsorgen den Samen dann außerhalb des Baus. So gelangen die Samen durch die Ameisen an neue Orte – sie werden ausgebreitet. Im besten Falle können sie dort keimen und zu einer neuen Pflanze heranwachsen. Wenn Sie also Schneeglöckchen und Ameisen im Garten haben, werden sie feststellen, dass die Pflanzen auch ohne ihr Zutun an immer neuen Orten wachsen. Übrigens: außerhalb von Gärten und Anpflanzungen steht das Kleine Schneeglöckchen unter Naturschutz und darf nicht gepflückt werden. Und: die Pflanze ist giftig.

Im Garten lässt sich im Februar schon einiges für das Frühjahr vorbereiten. So können Sie bereits neue Insektenhotels anbringen und so die Vielzahl und Vielfalt an Insekten in Ihrem Garten erhöhen. Auch für den Balkon sind Insektenhotels geeignet. Aufgehängt werden sie am besten so, dass die Eingänge nach Südosten zeigen. Wer sich selbst ein Insektenhotel bauen will: einfache Bauanleitungen mit verschiedenen Ausführungen gibt es zum Beispiel unter www.nabu.de. Auch neue Nisthilfen für Vögel sollten frühzeitig angebracht und Nisthilfen aus dem letzten Jahr unbedingt gesäubert werden.

Obstbäume jetzt schneiden

Und wer seine Obstbäume noch nicht geschnitten hat, der sollte das bald tun. Ein fachgerechter Schnitt ist die wichtigste Maßnahme für einen guten Obstertrag. Wer den Obstbaumschnitt erlernen möchte hat dazu noch am 28. Februar Gelegenheit. Die AGU Schwelm bietet ab 10 Uhr einen kostenlosen Baumschnitt-Kurs auf dem Gelände Am Tannenbaum (Winterberger Straße 94) in Schwelm an. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich (http://www.agu-schwelm.de/termine/). Ich wünsche Ihnen einen schönen Vorfrühling.

Ihre Britta Kunz