Vor dem Vortrag mit sieben Bomben zu tun

Karl Friedrich Schröder, hier mit seinem Kollegen Ulrich Scheffler vom Kampfmittelbeseitigungsdienst und einer in Bottrop entschärften 500-Kilogramm-Bombe, sprach vor der Kulturgemeinde.
Karl Friedrich Schröder, hier mit seinem Kollegen Ulrich Scheffler vom Kampfmittelbeseitigungsdienst und einer in Bottrop entschärften 500-Kilogramm-Bombe, sprach vor der Kulturgemeinde.
Foto: WAZ FotoPool

Ennepetal..  Rund 90 Minuten schilderte der technische Einsatzleiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Westfalen-Lippe, Karl Friedrich Schröder, vor viel Publikum, unter ihnen Ennepetals Feuerwehrchef Frank Schacht mit einigen freiwilligen Wehrleuten, die Arbeit der Frauen und Männer, die Bomben und andere todbringende Kampfmittel aufspüren, entschärfen und beseitigen.

Schröder warnte in der Veranstaltung der Kulturgemeinde mehrmals: „Berühren Sie keine Funde, informieren Sie die Ordnungsbehörde, auch wenn Sie über ihren Fund unsicher sind. Wir kommen, an 365 Tagen im Jahr.“

Ordnungsbehörden fordern an

Einsatzleiter Schröder hatte, bevor er am Mittwochabend zum Vortrag nach Ennepetal kam, mit sieben Bombenfunden zu tun, eine Bombe mehr als die Statistik sagt. Der in Hagen ansässige Kampfmittelbeseitigungsdienst für den Bereich Westfalen-Lippe komme immer auf Anforderung der Ordnungsbehörden. Ziel des Dienstes sei, Sicherheit zu schaffen. Dabei gehen die Fachleute der Behörde selbst auf Suche nach Blindgängern, indem sie Luftbilder der alliierten Streitkräfte auswerten, Einschlagstellen lokalisieren und den örtlichen Behörden zur Verfügung stellen. Man muss wissen, die Flieger, die die tödliche Last abwarfen, wollten auch mit Fotos die Auswirkungen dokumentieren.

Karl-Friedrich Schröder zeigte Fotos von der Suche auf einer Industriebrache in Dortmund. Bilder von Männern, die verschiedenste Kampfmitteln in Erdlöchern untersuchen.

Entschärfung vor Ort sei nur nach sicherer Einschätzung möglich. „Kollegen entschärften mit der guten alten Zange oder mit speziellen Hilfsgeräten aus sicherer Entfernung.“ Sei das alles nicht möglich, müsse gesprengt werden. Schröders Erfahrung: „Eine kontrollierte Sprengung ist aber nicht möglich.“ Er zeigte ein spektakuläres Foto. Ein Bagger hatte beim Aushub eine Bombe mit auf einen Lkw geladen. Eine Sprengung war erforderlich. Der Lkw war hin.

Auch 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg werde die Arbeit für die Kampfmittelbeseitiger nicht weniger, sagte der Technische Einsatzleiter. Täglich hätten sie im Bezirk mit fünf bis sechs Bomben und mit etwa 16 anderen Kampfmitteln wie Granaten und Munition zu tun.

Die Frage nach der finanziellen Absicherung im Falle eines Falles wurde gestellt. Schröder: „Meine Frau würde 40 000 Euro bekommen. Nach Stellenausschreibungen haben wir aber immer einen großen Andrang von Bewerbern.“