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Von Schuckspechten und kampflustigen Wienern

28.10.2009 | 18:14 Uhr
Von Schuckspechten und kampflustigen Wienern

Was bei Kaninchen problemlos klappt, nämlich genügend Nachwuchs zu bekommen, bereitet den Mitgliedern des Rassekaninchenzuchtvereins W 409 Schwierigkeiten. „Die jungen Leute haben andere Interessen”, bedauert der 1. Vorsitzende Otto Neumann.

Wir dagegen sind neugierig auf die Rassekaninchen des Züchters, die „hoch oben” im Garten an der Steinnockenstraße fröhlich vor sich hinmümmeln.

Bei Übergewicht heißt es: Abspecken. Und seien es auch nur 200 Gramm. Der „Graue Wiener”, der ein Kampfgewicht von 5200 Gramm aufweist, werde mit diesem Gewicht nicht zur bald anstehenden Ausstellung zugelassen. So ist jetzt Magerkost angesagt, also Heu und Wasser.

In Otto Neumanns Garten leben 36 Kaninchen - vier haben ein „Zimmer mit Vollpension” beim Nachbarn. Neumann besitzt Japaner-Kaninchen und Graue Wiener (Hasen Wildfarbe), wobei die Wiener sich ähnlich temperamentvoll wie Wildkaninchen gebärden. Vor dem Fototermin jagten sie Neumann erst einmal ihre messerscharfen Krallen in den Unterarm.

Mit den Japaner-Kaninchen sei das so eine Sache. Charakteristisches Wertzeichen sei seine auffallende Buntheit in den Farben Schwarz und Gelb. Die Zeichnung ist außergewöhnlich, wie von einem Maler geschaffen. Ohren-Kopf-Brusthälfte und Vorderläufe prangen im Schwarz-Gelb-Kontrast. Schmuck sehen aber alle aus. Und selbst Kaninchen haben Eigenarten, wie eins, das zwei Schälchen Wasser am Tag trinke. Normal ist eines. „Na ja, soll er, der Schluckspecht”, lacht Neumann.

Findet der Züchter im Garten Löwenzahn, bedeute dies für die Kaninchen: Festtagsessen. Auch über Möhren freuen sie sich, bekommen diese aber nur, wenn sie gerade keine Diät einlegen müssen. Ohne Bewegung ist Abnehmen ja schwer. Neumann weist auf sein Freigehege. Bei gutem Wetter dürfen die Hopser darin einige Runden joggen.

Gern kommen die Enkel zu „Opa Otto”, bevorzugt dann, wenn die Jungen geboren sind. Ein Kaninchen könne drei bis viermal jährlich Nachwuchs bekommen, „Wenn wir sie produzieren lassen”, lacht Neumann. Würfe von 13 Jungen seien nicht selten. Die Winzlinge sind etwa sechs Zentimeter groß.

Kürzlich habe ein Muttertier vor der Geburt das Nest kuschelig hergerichtet und die Kleinen dann einfach daneben ins Stroh gelegt, so dass diese nicht überlebten. „Ein trauriger Anblick”, so Neumann.

Zwei Japaner-Mädchen sitzen friedlich im Stall. „Mädchen kann man gut zusammen in einem Stall halten.” Bei Böcken sehe das anders aus. „Da will einer besser sein als der andere, schon gibt es Zoff.”

INFO

Schau am Wochenende

  • Die Rassekaninchenzucht-Schau findet am 31. Oktober ab 14 Uhr und am 1. November ab 10 Uhr in der Effeyschule statt. Otto Neumann wird mit 30 Tieren vertreten sein.
  • Der Rassekaninchenzuchtverein W 409 hat derzeit 14 Mitglieder, darunter fünf Frauen. Einmal monatlich trifft man sich im Westfälischen Hof in Voerde.

Angelika Trapp

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Kommentare
29.10.2009
08:21
Von Schuckspechten und kampflustigen Wienern
von Rudi Rammler | #1

Dann veranstaltet doch mal ein öffentliches Rammeln der Vierbeiner. Vielleicht regt das die Zweibeiner auch zu Aktivitäten an. Dann kommt auch der Nachwuchs ;-)

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