Von den Wirren zwischenmenschlicher Beziehungen

Drunter und drüber auf der Bühne: Eine Hochzeitsnacht artet im Ehestreit aus, ein Hollywoodstar versucht, seine Jugendbekanntschaft zu verführen.
Drunter und drüber auf der Bühne: Eine Hochzeitsnacht artet im Ehestreit aus, ein Hollywoodstar versucht, seine Jugendbekanntschaft zu verführen.

Gevelsberg..  War jemand von Ihnen schon mal in einer Suite? Im Plaza-Hotel? Nicht? Vielleicht ist das auch gut so, weil dort eher seltsame Dinge vor sich gehen, wie das Ev. Amateurtheater Schwelm vergangenen Samstag und Sonntag im Filmriss zeigte.

In drei Akten ging es bei „Plaza Suite“ drunter und drüber. Eine Hochzeitsnacht artete im Ehestreit aus, ein Hollywoodstar versuchte seine Jugendbekanntschaft zu verführen, und die Eltern einer sich im Badezimmer einsperrenden Braut zogen sich beim Versuch, sie doch noch zu verheiraten, allerlei Verletzungen zu. Die einen nennen es normal, die anderen seltsam.

Saal im Filmriss war voll

Vor einem vollen Saal zeigten die Schauspieler in flotten Dialogen, was sie können und bekamen vom Publikum immer wieder „herzhaftes“ Lachen als Feedback. Karen Nash (Britta Ciliberti) und Sam Nash (Frederik Diergarten) sind 23 oder 24 Jahre verheiratet, heute oder morgen und haben bei den Prüfungen durchfallende, oder erstklassige Kinder. Klar, dass bei diesen Uneinigkeiten auch ein Verhältnis mit Sams Sekretärin Jean McCormack (Leandra Ebert) nicht weit sein kann, was Ehefrau Karen aber eher unoriginell als entsetzlich findet. Auch der Kellner (Friedrich Huckenbeck) kann mithilfe der fälschlich gebrachten Sardellen wenig vermitteln.

Dafür kommen sich im zweiten Akt Hollywoodstar Jesse Kiplinger (Siegfried Schilling) und die verheiratete Lissy Tate (Gudula Spier) näher, die versichert, dass sie auf jeden Fall nur „hallo“ sagen will, weil sie ihren alten Jugendbekannten so lange nicht gesehen hat. Ihre Ehe laufe bestens und sie und ihr Mann seien sehr glücklich. Während Jesse ihr über Dinner mit Brad Pitt und Nora Tschirner erzählt, bleibt Lissy dann doch irgendwie länger als geplant. Der Friseurtermin um fünf oder um sechs Uhr, das Abendessen für ihren Ehemann, der um sechs kommt, wenn er überhaupt kommt, unterliegt dann doch wegen Jesses Charme dem Vergessen.

Auch Norma (Sabine Masmeier-Wegemann) und Roy Hubley (Ralf Stallmann) haben es nicht leicht: Ihre Tochter Mimsey (Leandra Ebert) sperrt sich am wichtigsten Tag ihres Lebens ein. Nach unzähligen vielfältigen Varianten ihre Tochter umzustimmen, ist der geliehene Frack von Roy kaputt, die Strumpfhose von Norma ist zerrissen und die Gäste sowie der zukünftige Ehemann Borden Eisler (Lukas Arndt) warten. Schließlich reicht ein Satz vom geliebten Borden mit dem Wortlaut: „Reg dich ab“ aus, damit die Hochzeit ihren geplanten Gang finden kann.

Für die wirklich gelungene Inszenierung von „Plaza Suite“, einem Theaterstück nach Neil Simon sind Monika Betz und Margot Braun verantwortlich, die die Regie übernommen haben. „Während ich mich um den ersten und dritten Akt“ gekümmert habe, hat sich Margot Braun dem zweiten Akt gewidmet“, erklärte Monika Betz nach der Vorstellung.

Gelungene Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit ist gelungen, denn die Akte passten stilistisch gut zueinander. Theaterspieler Frederik Diergarten sagte, das Ensemble habe gut ein halbes Jahr geprobt. Wer mal schauen möchte, was das Schwelmer Amateurtheater noch so kann, sollte auf der Internetseite: www.amateurtheater-schwelm.de schauen. Karten gibt es dort online, aber auch bei Radio Meckel.

Am 20. und 21. Juni haben Interessierte aber erst noch einmal die Gelegenheit, im Filmriss „Plaza Suite“ zu sehen. Junge Leute, die die Ehe noch vor sich haben, sollten sich den ersten Akt nach einem Empfangssektchen zu Gemüte führen, denn wenn das Stück eines mit Humor lehrt, dann ist es, dass zwischenmenschliche Beziehungen nicht ganz einfach sind.