Vom Betrachter zum Hauptdarsteller

Sonst schreibt Klaus Peter Schmitz selbst Bücher. Dieses Mal ist er es, über den geschrieben wird.
Sonst schreibt Klaus Peter Schmitz selbst Bücher. Dieses Mal ist er es, über den geschrieben wird.
Foto: WP

Schwelm..  Über viele Menschen und Geschehnisse in seiner Heimatstadt hat Klaus Peter Schmitz während der zurückliegenden Jahre geschrieben. Zahlreiche Bücher sind aus dieser Fleißarbeit entstanden. Jetzt ist der gelernte Elektromeister aus der Bahnhofstraße selbst Gegenstand einer Veröffentlichung: Seit wenigen Wochen findet sich die Biografie des Heimatforschers in der freien Enzyklopädie Wikipedia im Internet wieder.

„Es ist mir gelungen, Klaus Peter Schmitz im Wikipedia zu verewigen,“ sagt Dr. Klaus Koch, der sich sehr darüber freut. Denn das war nicht ganz einfach. Der Schwelmer aus der Ottostraße ist Mitglied der „Lobby-Gruppe“. Den Eintrag bei Wikipedia will er noch ergänzen. Dabei war die Wikipedia-Aktion eine schwierige Geburt.

Gut zehn Tage habe es eine Löschdiskussion um den Eintrag gegeben. Aber die konnte mit einem für Klaus Peter Schmitz und die „Lobby-Gruppe“ gutem Schluss beendet werden. „Weil gerade Ihre Artikel einen wesentlichen Inhalt darstellen, könnte ich mir vorstellen, dass das ein schöner Artikel für die Ausgabe ist“, schreibt uns Dr. Koch. Wir haben seinen Vorschlag aufgegriffen.

In den folgenden Absätzen können die Leser unserer Zeitung, die nicht im Internet unterwegs sind, den auf Wikipedia zu findenden Eintrag nachlesen.

Der Wikipedia-Eintrag

„Klaus Peter Schmitz (*20. März 1944 in Schwelm) ist ein deutscher Autor und Heimatforscher. Schmitz wuchs in einer Handwerksfamilie auf, besuchte als Internatsschüler das Collegium Heerde in Münster und das dortige Ratsgymnasium. Er arbeitete als selbstständiger Elektromeister, bis ihn eine Herzerkrankung zur Berufsaufgabe zwang.

Schmitz wandte sich der Schwelmer Heimatgeschichte zu und veröffentlichte mit „Aechte de Muer“ sein erstes Buch im Selbstverlag über die Geschichte eines Schwelmer Stadtteils.

Daneben leitete er ehrenamtlich den Seniorenkreis in seiner Heimatgemeinde, der Propstei St. Marien in Schwelm, und überarbeitete das Archiv der Propstei. Daraus entstand eine Geschichte der Propsteigemeinde St. Marien, die im Jahr 2008 erschien. Das Bistum Essen zeichnete ihn dafür mit dem Ehrenzeichen des Bistums aus.

2012 brachte er – selbst Kolping-Mitglied – eine Geschichte der Kolpingfamilie Schwelm heraus. Schließlich erforschte Schmitz die NS-Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Schwelm. Grundlagen seiner Recherchen über die Zeit des Nationalsozialismus’ waren neben den Dokumenten und Zeitungen des Schwelmer Stadtarchivs noch vorhandene Familienaufzeichnungen aus der NS-Zeit und seine umfangreiche Privatsammlung. Für sein Buch „Die Zeit des Nationalsozialismus in Schwelm“ wurde er 2014 von der Wilhelm-Erfurt-Stiftung für Natur und Kultur ausgezeichnet und mit dem Bürgerpreis der CDU Schwelm geehrt. 2014 publizierte er mit „Ut dä Blagentied“ seine autobiografischen Erinnerungen. Mit seiner Studie „Mitten in der Zeit“ schrieb er 2015 die Geschichte der Christdemokraten in Schwelm von der Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung. Daneben veröffentlichte er zahlreiche regionalgeschichtliche Aufsätze. Er arbeitet an einer Geschichte der unmittelbaren Nachkriegszeit in Schwelm.

Verdienste um das Schwelmer Stadtarchiv: Aufsehen erregte im Januar 2016 seine Rettungsaktion wertvoller Archivbestände des Schwelmer Stadtarchivs vor der Vernichtung. Von der 2015 neu gewählten Bürgermeisterin Gabriele Grollmann wurde ein runder Tisch einberufen, um Missstände im Archiv zu klären und eine einvernehmliche Lösung für die Zukunft des Stadtarchivs zu finden.