Virtuelle Sonne und realer Regen

Technik ist schon toll. So toll, dass man manchmal Gefahr läuft, sich nur noch in virtuellen Welten zu bewegen und die Realität aus den Augen zu verlieren.

Neulich hatte ich das Privileg, an einem freien Tag den Morgen etwas ausgiebiger mit Nichtstun zu verbringen und auch das Hochziehen der Rollläden an meinen Fenstern zeitlich nach hinten zu verschieben. Ich schaute auf mein Handy, dass mir strahlenden Sonnenschein und fast sommerliche Temperaturen anzeigte.

In sonniger Laune rief ich einen Freund an, um mich für mittags mit ihm zum Cappuccino in der Stadt zu verabreden. „Wir können ja dann schön in der Sonne sitzen“, sagte ich ihm noch.

Nach dem Telefonat zog ich das Rollo hoch. Es regnete in Strömen.

Irgendwie scheint der Wetterfrosch in meinem Handy abgestürzt zu sein. Möglicherweise war er seiner Zeit aber auch weit voraus. Als wir nämlich mittags unseren Cappuccino schlürften, da schien die Sonne. Und falls sie fragen sollten: Auf meinem Handy schien sie auch. Manchmal stimmen virtuelle Welt und die wirklich echte Realität dann doch überein.