Vier Pfoten helfen im Altersheim

Spaß macht den Bewohnern der Demenz-WG im Hans-Grünewald-Haus in Gevelsberg der Besuch der Zwergschnautzer, die Hundetrainerin Heike Schmidt mitbringt.
Spaß macht den Bewohnern der Demenz-WG im Hans-Grünewald-Haus in Gevelsberg der Besuch der Zwergschnautzer, die Hundetrainerin Heike Schmidt mitbringt.
Foto: WP

Gevelsberg..  Über tierischen Besuch freuen sich die Mieter der Demenz-WG im Hans-Grünewald-Haus in der Haßlinghauser Straße. Zweimal im Monat kommt Trainerin Heike Schmidt mit ihren Zwergschnautzern zu den Senioren.

Gespannt legt Gaimy den Kopf schief und wartet auf das Kommando seines Frauchens Heike Schmidt. „Besieg das Krokodil und rette Nemo!“, sagt Heike Schmidt und schon fegt der Zwergschnautzer auf das grüne Plastikkrokodil zu, gibt ihm mit der Pfote eins auf die Nase, schnappt sich behutsam den entfernt liegenden Stofftier-Clownfisch und bringt ihn zu seinem Frauchen. Der Applaus der Senioren im Hans-Grünewald-Haus ist dem gelehrigen Vierbeiner sicher und er empfängt stolz sein Leckerchen als Belohnung.

Vierbeiner ganz aufmerksam

Hundetrainerin Heike Schmidt und ihre vier Therapie-Besuchs-Hunde sind gern gesehene Gäste in der Einrichtung, die zur Evangelischen Stiftung Volmarstein gehört. Jeden ersten und dritten Donnerstag ist sie hier und zeigt den begeisterten Senioren, was ihre kleinen Freunde können. Die Runde von Menschen mit Demenz reagiert ganz unterschiedlich: mit verhaltenem Schmunzeln, entzücktem Rufen oder sanftem Lächeln. „Alle freuen sich immer aufs Neue, wenn die Zwergschnautzer um die Ecke kommen“, erzählt Koordinatorin Inga Becker, „aber die Begegnungen sind für jeden individuell.“

So möchten nicht alle die körperliche Nähe mit dem Hund auf dem Schoß. Jedoch die, die sich dafür entscheiden, genießen es sichtlich. Der eine krault vorsichtig das weiche Fell und legt die Wange an den Kopf des grauen Vierbeiners, die andere wiegt den kleinen Schnautzer auf dem Schoß und singt ein Kinderlied. „Wichtig ist bei Demenz die biographische Erinnerungsarbeit und die funktioniert mit Tieren sehr gut“, weiß Inga Becker. „Viele hatten früher selbst Tiere, wie eine Frau, die einen Pudel hatte und sich immer besonders freut. Wiederum andere erinnern sich vielleicht an ihr eigenes Kind früher auf dem Schoß.“ Und nicht zuletzt spielen auch die Streicheleinheiten eine wichtige Rolle für Körper, Geist und Seele.

Finanzierung des Hundebesuches

Finanziert wird der Besuch von Heike Schmidt und ihren Therapie-Besuchs-Hunden aus der gemeinsamen Haushaltskasse der Wohngemeinschaft. Darüber haben die Mieter abgestimmt. „Die Senioren haushalten gut“, freut sich auch Inga Becker „und für dieses Vergnügen gibt es immer Ressourcen.“ Zurzeit ist noch ein Platz in der Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz frei