Viele offene Fragen in Gevelsberg

Es scheint still geworden zu sein um die Feuerwache
Es scheint still geworden zu sein um die Feuerwache
Foto: WP

Gevelsberg..  Beim ersten Blick auf die aktuellen Entwicklungen in Gevelsberg mag man meinen: „Still ruht der See“. Doch in den nächsten Monaten stehen gewichtige Entscheidungen in der Stadt an, die teilweise das öffentliche Leben auf Jahre und Jahrzehnte prägen werden. Ein Überblick.

Haushalt

Der Haushalt für das laufende Jahr hat oberste Priorität, wird die bevorstehenden politischen Sitzungen maßgeblich prägen, denn – so der Plan der Verwaltung – am Donnerstag, 25. Februar, soll der Finanzplan in den Stadtrat eingebracht werden.

Die große Frage, die sich die Politiker derzeit stellen lautet: Welchen Hebesatz der Grundsteuer B schlagen Kämmerer Andreas Saßenscheidt und Bürgermeister Claus Jacobi vor? Klar ist, dass diese Steuer, die alle Grundstücksbesitzer der Stadt zahlen müssen und die in der Regel auch auf jeden Mieter umgelegt wird, deutlich steigen wird. „1000 Punkte, wie von manchen Seiten kolportiert, wird es aber nicht geben“, sagt Bürgermeister Claus Jacobi. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, einen genehmigungsfähigen Etat vorzulegen, mit dem alle leben können“, fährt das Stadtoberhaupt fort.

Innenstadtentwicklung

Erhebliches Konsolidierungspotenzial sieht die SPD in der Zusammenlegung von Bücherei, Jugendzentrum und Musikschule unter einem Dach. Dies zu prüfen, beantragte sie bereits im vergangenen Mai, und die ersten Ergebnisse dazu werden noch im ersten Halbjahr 2016 erwartet. Die Idee dahinter: Die drei Gebäude, die in absehbarer Zeit saniert werden müssten, könnten leer gezogen werden, alle drei Institutionen unter einem Dach landen.

Alle Immobilien sind im Besitz der Stadt Gevelsberg und könnten in einem solchen Fall veräußert werden. Die Sozialdemokraten brachten seinerzeit den noch unbebauten Teil des Ennepebogens zwischen Bauverein und Fluss oder das ehemalige Horten-/Ruprecht-Gebäude als Standorte ins Spiel. „Wir arbeiten an diesem Plan weiter, noch ist allerdings nichts spruchreif“, sagt Claus Jacobi, kündigt aber gleichzeitig auch Fortschritte an, die der Öffentlichkeit in diesem Jahr präsentiert werden sollen.

Ziel dieser Maßnahme ist es auch, durch öffentlich gelenkte Frequenz die Innenstadt und damit den Handel vor Ort zu stärken.

Feuerwache

Die Frage, ob beim Thema Feuerwache aktuell Stillstand herrsche, verneint Bürgermeister Claus Jacobi mit Nachdruck. „Ganz im Gegenteil: Wir stehen in ständigem Kontakt mit dem Gutachter, der den Brandschutzbedarfsplan erstellt und sind in der Endabstimmung.“ Das Problem ist bekannt: Der geplante Standort „In den Weiden“ liegt etwas zu weit westlich, als dass in der gesamten Stadt gewährleitstet ist, dass ausreichend Kräfte in der vorgegebenen Zeit am Einsatzort sind. Ziel der Verwaltung sei es im aktuellen Prozess, „Lösungen zu finden, mit denen wir diesen Standort einem innerstädtischen gleichwertig machen.“

Schaut man sich die Stadt auf dem Reißbrett an, gäbe es zwei optimale andere Standorte: das Rathaus samt Vendômer Platz oder den Ennepebogen. Beides ist jedoch ausgeschlossen. Der immer wieder ins Spiel gebrachte ehemalige Praktiker-Baumarkt steht aus zweierlei Gründen ebenfalls nicht zur Debatte: „Einerseits ist der Kaufpreis für das Grundstück viel zu hoch, andererseits, haben wir hier das gleiche Problem wie in den Weiden, nur dass dann die Wache zu weit östlich liegen würde“, sagt Jacobi.

Der Bürgermeister will in der nächsten, spätestens in der übernächsten Ratssitzung der Politik eine Lösung des Feuerwachen-Dilemmas vorstellen, die der Gutachter mitträgt.