„Vertrauliche Geburt“: Ein Angebot für Schwangere in Konfliktsituationen

Ennepetal..  Zu einem Fachvortrag über die „Vertrauliche Geburt“ lud der städtische Fachbereich Jugend & Soziales in das Mehrgenerationenhaus im Haus Ennepetal ein.

Ruth Schürbüscher und Hildegard Brüning vom Landesjugendamt Münster informierten über das 2014 in Kraft getretene Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt. Dadurch werden Hilfen für werdende Mütter niederschwellig ausgebaut und ermöglichen diesen, ihr Kind – begleitet durch die Schwangerschaftsberatungsstellen und auf Wunsch vertraulich – sicher in einer Klinik oder bei einer Hebamme zu bekommen.

Die Schwangerschaftsberatungsstellen haben dabei eine bedeutende Rolle, sie stehen mit der Schwangeren im persönlichen Kontakt und unterstützen sie individuell. Sie bieten Lösungen der Konfliktlage an und erst wenn die Schwangere sich trotzdem für eine vertrauliche Geburt entscheidet, wird sie über das Verfahren und die Folgen einer vertraulichen Geburt, die Rechte des Vaters und Kindes sowie über die Bedeutung der Kenntnis der eigenen Herkunft für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes informiert. Außerdem wird die werdende Mutter über das Adoptionsverfahren aufgeklärt, aber auch über die Möglichkeit, das Kind auch unter Umständen nach Abgabe noch zurückzuerhalten.

Die Schwangerschaftsberatungsstellen müssen auch mit allen beteiligten Organisationen wie Adoptionsvermittlungsstellen, Jugendämtern, Standesämtern, Familiengerichten, allen in der Geburtshilfe Tätigen und allen Akteuren, die an dem Verfahren der vertraulichen Geburt beteiligt sind, zusammen arbeiten.

Das im vergangenen Jahr gegründete Netzwerk für den Kinderschutz „Gemeinsam im Blick“, bestehend aus Fachleuten der unterschiedlichsten Professionen, die insbesondere Kinder bis drei Jahre und ihre Eltern im Fokus haben, hatte sich bei der Auftaktveranstaltung gewünscht, möglichst zeitnah über das neue Gesetz über die vertrauliche Geburt informiert zu werden.