Vertipper ist nicht gleich Vertipper

Wer nichts macht, macht keine Fehler. Und Journalisten, die nichts schreiben, schreiben nix verkehrt. Heißt aber auch: Jeder aus der schreibenden Zunft hat schon mal einen Bock geschossen. Wer etwas anderes behauptet, lügt.

Aber Fehler ist nicht gleich Fehler. Es gibt Böcke, die sind für alle nur ärgerlich. Beispielsweise wenn ein Name falsch veröffentlicht wurde. Und es gibt Böcke, die sind einfach nur lustig. Zum Beispiel welche aus der Kategorie „Vertipper“.

Mein Favorit dieser Woche ist das Wort „Quereinsteiger“, aus dem ein „Quersteingeier“ wurde. Nachzulesen in einer Pressemitteilung, die uns erreichte. „Quersteingeier“ ist witzig, weil jeder Leser aus dem Satzzusammenhang sofort erkennt, was gemeint ist, und gleichzeitig ein schönes neues Wort entstanden ist. Da dieser Vertipper nicht aus meiner Feder stammt, betone ich an dieser Stelle mit drei Ausrufezeichen: Ich finde es lustig. Ich möchte mich aber nicht lustig darüber machen.

Der „Vertipper“, vor dem mir am meisten graut, stammt übrigens vom Wort Schießen. Unterlaufen ist es mir noch nie. Aber sollte ich eines Tages tatsächlich mal das i-e in einer Schlagzeile vertauschen, werden sich Kollegen und Leser noch Jahre später wie die „Quersteingeier“ darauf stürzen.