Verlockend und auch noch billig

Wenn das so weiter geht, schule ich noch um auf Phänomenologe. Gestern war so ein Tag, der wäre im dualen Studiengang glatt als Blockunterricht durchgegangen. Ich spreche natürlich vom Phänomen, immer in der langsamsten Schlange zu stehen.

Am Morgen ging es los. Im Stau auf der Autobahn befand ich mich – natürlich – wie immer auf der Spur, auf der es am wenigsten weiterging. Das änderte sich auch nicht mit mehrmaligen Fahrbahnwechsel. Wo ich war, war Stop. Wo die anderen waren, war Go.

Beim Einkauf am Nachmittag die nächste Lektion. Welche Schlange vor der Kasse war die langsamste? Genau! Wie immer die, in der ich stand! Soweit nix Neues.

Neu ist mir aber folgendes Phänomen, das ich zurzeit im Supermarkt erlebe. Alles, worauf ich gerade Appetit habe, ist billig. Und alles, worauf ich keine Lust habe, kostet viel Geld. Chips, Eis und Schokolade beispielsweise sind billig, ausgewählte Salatsorten und hochwertiges Öl und Essig eher nicht.

Sie merken schon: Ich bin derjenige, von dem Kollege Scherer vor Tagen an dieser Stelle meinte, es gebe im Büro jemanden, der gerade aufs Gewicht achtet.

Auch so ein Phänomen: Warum ist das Runter-Schmachten eigentlich so viel anstrengender als das An-Futtern.