Verkehrskonzept soll Schilderwald lichten

Im Bereich um Kirchstraße und Berninghauser Straße herum soll einheitlich Tempo 30 gelten.
Im Bereich um Kirchstraße und Berninghauser Straße herum soll einheitlich Tempo 30 gelten.
Foto: Hans Blossey

Ennepetal..  Das Verkehrskonzept Kirchstraße/Berninghauser Straße ist beschlossen. Die Politik stimmte den von der Verwaltung vorgelegten Plänen zu. Im Wesentlichen ist demnach vorgesehen, den gesamten Bereich, der von Voerder Straße im Norden, der Esbecker Straße im Osten, der Wilhelmshöher Straße im Süden und der Strecke Kirchstraße-Heinrichstraße-Saarlandring-Hebbelstraße-Arndtstraße im Westen begrenzt wird, weitestgehend einheitlich als Tempo-30-Zone auszuschildern. Zudem soll die Kirchstraße umgestaltet werden.

Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung betonten in ihrer jüngsten Sitzung, dass die Kirchstraße nach einem Umbau nicht attraktiver für den Durchgangsverkehr werden dürfe als bisher. Manfred Drabent (CDU) bemängelte, dass die Deterberger Straße nicht in das Konzept einbezogen sei, obwohl sie als Ausweichstrecke genutzt werden könnte. Fachbereichsleiter Stephan Langhard betonte: „Wir wollen den Status Quo erhalten.“ Es solle nicht zu einer Verdrängung kommen. „Weder Kirchstraße noch Deterberger Straße sind geeignete Erschließungsstraßen für den Bereich“, meinte Elmar Herrmann (SPD). „Wir haben aber keine andere.“ Ziel des Konzepts sei, den Schilderwald zu lichten, keine Verdrängung von Verkehrsströmen. Nachdem die Verwaltung im Mai 2014 einen Entwurf vorgelegt hatte, wurde nach Beschluss des Ausschusses im Juni eine Bürgeranhörung durchgeführt. Die dort vorgetragenen Anregungen seien größtenteils in das Konzept eingeflossen, so die Verwaltung.

In dem gesamten Bereich soll künftig einheitlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h ausgeschildert werden, nur die Kalkstraße soll als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen bleiben. Die Berninghauser Straße, auf der bisher Tempo 50 galt, soll durch die Limit-Reduzierung als Durchgangsstraße weniger attraktiv werden. Der Durchgangsverkehr in Nord-Süd-Richtung soll dem Konzept zufolge künftig ausschließlich über Esbecker und Wilhelmshöher Straße fließen. Durch Piktogramme in den Kreuzungs- und Einmündungsbereichen soll auf die Tempo-30-Zone hingewiesen werden. Zudem soll die Anordnung des ruhenden Verkehrs – etwa durch Verschwenken – zur Geschwindigkeitsreduzierung genutzt werden.

Das Parken soll im gesamten Gebiet in Zukunft nur noch in gekennzeichneten Bereichen gestattet sein. Die Kennzeichnung erfolgt durch Markierungen und durch vorhandene Parkbuchten. Dadurch könne auf zahlreiche Einzelbeschilderungen verzichtet werden, so die Verwaltung. Die Parkverbotszone wird – im Gegensatz zur Tempo-30-Zone – zunächst nicht auf Schiller-, Lessing-, Goethe- und Arndtstraße ausgedehnt. Dort stünden noch Veränderungen in der Wohnbebauung an und der Zustand der Schillerstraße lasse eine Kennzeichnung von Parkzonen derzeit nicht zu.

Erster Bauabschnitt für 2016 geplant

Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist die Umgestaltung der Kirchstraße. Dabei sollen Parkstreifen eingerichtet werden, durch die die Fahrbahn in Abständen verschwenkt wird. Zudem sollen Aufpflasterungen, die auch als Querungshilfe dienen, eine Geschwindigkeitsreduzierung bewirken. Neu angepflanzte Bäume, ein breiter Gehweg und eine möglichst schmale Fahrbahn sollen die Aufenthaltsfunktion der Kirchstraße betonen.

Geplant ist zunächst, 2016 den Abschnitt von der Heinrichstraße bis Haus Nr. 65 umzubauen. Für den zweiten Abschnitt bis zur Berninghauser Straße müssen noch Haushaltsmittel bereit gestellt werden. In welcher Höhe die Anwohner zu Beiträgen nach dem Kommunalabgabengesetz herangezogen werden, ist noch offen.