Verblüffung über Schwelmer Entwicklungen

Polizist Wernernahm die Gäste mit dem Akkordeon in Empfang und informierte später auch noch zu den seniorenspezifischen Themen Trickbetrug, Haustürgeschäfte, Kaffeefahrten und Autofahren im Alter.
Polizist Wernernahm die Gäste mit dem Akkordeon in Empfang und informierte später auch noch zu den seniorenspezifischen Themen Trickbetrug, Haustürgeschäfte, Kaffeefahrten und Autofahren im Alter.
Foto: WP

Schwelm..  „Das hätte ich nicht gedacht, dass sich das hier so sehr verändert hätte“, wundert sich eine Seniorin über das Neubaugebiet Winterberg, ehe ein älterer Herr voller Skepsis den Neubau der Dreifeld-Sporthalle betrachtet und sinniert: „Dass die sich da mal nicht finanziell übernommen haben.“

Erlebnisreiche Reiseroute

Die traditionsreiche Senioren-Stadtrundfahrt, die Ü70-Bürgern aus dem Bus heraus neu geschaffene oder stark veränderte Stadtgebiete präsentiert, hat nun einmal mehr viele erstaunte verdutzte Gesichter der älteren Bevölkerung der Kreisstadt hervorgebracht. 45 Senioren im Alter zwischen 70 und 93 Jahren waren dazu eingeladen worden.

Organisator Andreas Koch, „Teamleiter Beratung“ im städtischen Fachbereich „Familie und Bildung“, hatte zum zweiten Mal in diesem Jahr eine erlebnisreiche Reiseroute mit vielen neuen Eindrücken und Hintergrundinformationen zu Neubaugebieten, geplanten Bauprojekten und veränderten Verkehrsknotenpunkten in Schwelm konzipiert.

Polizei informiert Senioren

So führte es die Senioren zu den Neubaugebieten Winterberg, am Brunnen, Linderhausen-Ost und Göckinghof. Ferner stattete die Gruppe den Rathaus-Zweigstellen an der Moltkestraße, dem neu geschaffenen Bebauungsbereich von Eventhalle und Straßenverkehrsbehörde, den neuen barrierefreien Wohnungseinheiten des einstigen Marien-Krankenhauses sowie dem neuen „DHL-Koloss“ am Loh einen Besuch ab. Darüber hinaus ging man an der alten Rennbahn, dem Freibad, der neuen Dreifeld-Sporthalle sowie in Linderhausen Sportstättenvorhaben und industriellen Standortproblematiken auf die Spur. Den südlichsten Punkt des ausgedehnten Ausflugs bot eine Fahrt zum Beyenburger Erfurt-Werk des Schwelmer Ehrenbürgers Wilhelm Erfurt.

Koch versorgte seine Gäste während der zweistündigen Stadtentwicklungsreise in gewohnt lockerer Art mit Fakten zur Geschichte der einzelnen Stätten und vermittelte zahlreiche Hintergründe. So erfuhren die Bürger, dass das Erfurt-Werk nach wie vor auf zwei Stadtgebieten stehe, das Neubaugebiet am Brunnen aufgrund der neuen gesetzlichen Verpflichtung nun auch einen Kindergarten erhalten habe oder dass das einstige städtische Freibad nun unter der Trägerschaft eines Fördervereins stehe. „So manch einer war total baff, was sich so alles in der Stadt während der vergangenen Jahre getan hat“, verriet Koch und begründete, dass die eingeschränkte Mobilität dazu führe, dass viele Senioren in bestimmten Winkeln der Stadt lange nicht mehr gewesen sind.

Die gesellige Erlebnisrundfahrt endete wie gewohnt im Restaurant Martfeld, wo Polizeihauptkommissar Werner Koch die Senioren mit heimatlichen Akkordeonklängen in Empfang nahm. Bei Kaffee und Kuchen war das vielseitige Polizei-Urgestein nicht nur fürs Unterhaltungsprogramm zuständig, sondern informierte die Gäste später auch noch zu den seniorenspezifischen Themen Trickbetrug, Haustürgeschäfte, Kaffeefahrten und Autofahren im Alter. Die nächste der insgesamt vier jährlichen Senioren-Stadtrundfahrten wird Anfang September stattfinden.