Verantwortliche sitzen woanders

Die Belegschaft, der Betriebsrat und die IG Metall sind bei der angekündigten Schließung von Jeco in einer schwierigen Lage. Sie können nicht mit denjenigen verhandeln, die für die Entscheidung verantwortlich sind, die Arbeitsplätze in Gevelsberg abzubauen.


Die deutsche Leitung der Mahindra-Gruppe ist sozusagen nur der Prellbock für Konzern-Entscheidungen, die irgendwo auf der Welt getroffen werden. Um es klar zu sagen: Wenn die deutsche Leitung der Mahindra AG den Erhalt von Jeco einstimmig beschließen würde, wird die Gevelsberger Traditionsfirma trotzdem geschlossen.


Es nutzt also wenig, die deutschen Manager des globalen Unternehmens nur unter Druck zu setzen, weil das die ihnen zugeteilte Aufgabe in dem grausamen Spiel ist. Die Arbeitnehmer und die Gewerkschaften müssen der deutschen Konzernspitze überzeugende Argumente an die Hand geben, die sie wiederum auf internationaler Ebene einbringen können. Dazu gehört der Kampf um die Arbeitsplätze, weil er öffentlich deutlich macht, zu welchen Methoden der Mahindra-Konzern greift, um erfolgreich zu bleiben. Ein angeschlagener Ruf ist in der Wirtschaft kein Türöffner. Dazu gehört aber auch, Alternativen zu der geplanten Schließung zu finden, die der Gruppenleitung auch bei ihren internationalen Konzernmüttern und -vätern Gehör verschaffen könnte.


Das ist jetzt passiert. Auf die Entscheidung aus Spanien wird mit Spannung, sicherlich auch mit etwas Angst gewartet. Aber eins ist auch schon sicher: Zeit für die Mitarbeiter wurde gewonnen.