VER begleitet Senioren durch den ÖPNV

Die Begleiterinnen helfen dabei, sicher im Bus unterwegs zu sein, wie Projektleiter Nils Kappel zeigt.
Die Begleiterinnen helfen dabei, sicher im Bus unterwegs zu sein, wie Projektleiter Nils Kappel zeigt.
Foto: WP

Schwelm/Gevelsberg/Ennepetal..  Auch im hohen Alter noch mobil sein – das wünschen sich wohl die meisten Menschen. Mit einem neuen Angebot möchte die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) einen wesentlichen Beitrag dazu leisten und auf die künftige Altersstruktur ihrer Kunden eingehen: Mitarbeiter begleiten Senioren von der Haustüre bis zum Ziel und wieder zurück sicher durch den öffentlichen Personennahverkehr.

Und so funktioniert das neue Angebot, mit dem die VER dem demografischen Wandel begegnet: Am Vortag müssen sich diejenigen, die die Hilfe wünschen, telefonisch bei der Verkehrsgesellschaft melden. Am nächsten Tag werden sie „von freundlichen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern zur vereinbarten Zeit an der Haustüre abgeholt und auf sicherem Wege zur Haltestelle gebracht“, beschreibt die VER ihr neues Angebot.

Kein Krankenfahrdienst

Die Mitarbeiter helfen den Älteren, sollten sie beispielsweise nicht mehr gut zu Fuß sein und auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sein, beim Einsteigen in den Bus und bringen sie sicher zum Ziel, beispielsweise zu einer Arztpraxis.

„Unsere Zielgruppe sind Menschen ab 65 Jahre, die selbst noch aktiv sind, aber mit kleineren Einschränkungen und Unsicherheiten zu kämpfen haben“, erklärt Thomas Schulte. Der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr betont zudem ausdrücklich: „Das Angebot ist ausdrücklich keine Konkurrenz zu Krankenfahrdiensten.“ Denn es gibt einen ganz wesentlichen Unterschied: Die Senioren werden nicht mit dem Auto abgeholt. Die VER-Helfer begleiten sie ausschließlich zu Fuß zur Haltestelle.

Das Angebot der VER ist ein Modellprojekt, das in mehreren Stufen ausgebaut werden soll. Begonnen wurde nun im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis mit den Städten, Ennepetal, Gevelsberg, Schwelm, Breckerfeld und Sprockhövel. „Allerdings wird der Service innerhalb der Städte nicht bis in die hintersten Viertel angeboten werden können“, sagt der VER-Geschäftsführer. Das sei vom Personalaufwand schlicht nicht zu leisten.

Denn: Der Seniorenbegleitservice ist kostenfrei. Oder besser: Den VER-Kunden entstehen neben der Fahrkarte keine Zusatzkosten. Wer ihn in Anspruch nehmen will, benötigt lediglich eine gültige Fahrkarte für die Strecke. „ Wir unterstützen unsere Senioren auch beim Ticketkauf“, erklärt Margarete Kaletka, eine der beiden Seniorenbegleiterinnen. Und ihre Kollegin Sandra Salgueiro fügt noch einmal hinzu: „Wir helfen nicht nur beim Ein- und Ausstieg, wir begleiten die Senioren bis zum vereinbarten Ziel.“

Der Seniorenbegleitservice kann täglich von Montag bis Freitag ab 8 Uhr in Anspruch genommen werden. Die Nutzer müssen sich jedoch bis spätestens 12 Uhr am Vortag im Kunden-Center der VER in Ennepetal, Wuppermannshof 7 oder in Schwelm, Bahnhofplatz 2, angemeldet haben. Nähere Informationen über das Angebot, das möglicherweise ausgedehnt wird, erhalten die Senioren telefonisch auch über das Kunden-Center unter 02333/9785-0 oder per E-Mail unter seniorenbegleitservice@ver-kehr.de.

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