Unterkünfte in desolatem Zustand

Michael Schmidt, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales, (links), erläutert den Mitgliedern des Sozial- und Generationenausschusses im – gepflegten – Gemeinschaftsraum an der Heimstraße, welche Grundausstattung jeder in Ennepetal ankommende Flüchtling erhält.
Michael Schmidt, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales, (links), erläutert den Mitgliedern des Sozial- und Generationenausschusses im – gepflegten – Gemeinschaftsraum an der Heimstraße, welche Grundausstattung jeder in Ennepetal ankommende Flüchtling erhält.
Foto: WP

Ennepetal..  Der Sozial- und Generationenausschuss hat die Verwaltung und die Stadtbetriebe Ennepetal aufgefordert, umgehend die erheblichen Mängel in den Flüchtlingswohnheimen an der Heimstraße zu beseitigen. „Diese Zustände gehen gar nicht. Da muss etwas getan werden“, sagte der Ausschussvorsitzende Christian Zink (SPD), nachdem er gemeinsam mit Mitgliedern des Gremiums sowie Vertreter der Stadtverwaltung die Situation bei einer Ortsbegehung in Augenschein genommen hatte.

Defekte Herde, verstopfter Abfluss

Aktuell sind die Mitte der 90er Jahre gebauten Gemeinschaftsunterkünfte an der Heimstraße 27 und 29 mit 71 Personen voll belegt. Bei der Besichtigung stießen die Politiker unter anderem auf einen Wasserschaden durch ein verstopftes Abflussrohr in einer Küche, auf Herde, in einem technisch fragwürdigen Zustand, Elektrogeräte in Duschräumen, herabgefallene Wandfliesen, defekte Schränke und kaputte Türklinken.

An einem Fenster im Treppenraum fehlte der Griff, so dass es ständig geöffnet bleibt, und Kabel waren quer durch die Etagen gelegt. Auch das Kreisgesundheitsamt stattete den Häusern in dieser Woche einen Besuch ab. „Die stellen sich das nicht so vor, wie das dort zurzeit ist“, erklärte Hans-Georg Heller, Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales. „Da muss nachgebessert werden.“ Der Bericht steht noch aus.

„Es gibt einen großen Renovierungsstau und vieles entspricht nicht den Sicherheitsnormen“, sagte Christian Zink. „Bei allem, was mit Sicherheit zu tun hat, müssen die Stadtbetriebe sofort tätig werden, und Beschädigungen sollten mit einfachen Mitteln schnell behoben werden.“ Sebastian Christ (CDU) erklärte: „Ich war noch nie da oben. Ich fand es sehr eindrücklich. Es muss einiges getan werden, auch im Hinblick auf die hygienischen Zustände. Es gibt Themen, da muss man Mindeststandards einhalten, auch wenn die Haushaltslage schwierig ist.“

Petra Backhoff (Bündnis90/Die Grünen), die als Kinderschutzbund-Vorstandsmitglied mit mehreren Mitarbeiterinnen regelmäßig an der Heimstraße aktiv ist, erklärte, dass ihr auf Seiten der Verwaltung die Ernsthaftigkeit fehle, die Unterkünfte dauerhaft in einem vertretbaren Zustand zu erhalten. Sie wies auch darauf hin, dass Steckdosen in der Küche aus der Wand gehangen hätten, die Feuerlöscher nicht gewartet seien und Hinweisschilder nur auf Deutsch zu finden seien. Nicht zuletzt Kinder seien gefährdet.

Wolfgang Schrey, Vorstand der Stadtbetriebe Ennepetal (SBE), entgegnete, dass die Stadtbetriebe darauf angewiesen seien, vom Fachbereich Jugend und Soziales Hinweise auf Mängel zu bekommen, um tätig zu werden. Zudem nutzten sich die Räume aufgrund der hohen Fluktuation schneller ab. Sozialamtsleiter Michael Schmidt erklärte, dass der an der Heimstraße eingesetzte Mitarbeiter zwar eine 39-Stunden-Woche habe, allerdings seien nur fünf Stunden davon für Hausmeistertätigkeiten in den dortigen Unterkünften vorgesehen. Darüber hinaus kümmere er sich um die aktuell 14 angemieteten Wohnungen für Flüchtlinge im Stadtgebiet sowie die beiden neu angemieteten Unterkünfte an der Hagener Straße. Aus den Reihen der Ausschussmitglieder wurde gefordert, spätestens bei der anstehenden Belegung der Albert-Schweitzer-Schule in Oberbauer mit Flüchtlingen einen weiteren Hausmeister einzusetzen.

Ab sofort regelmäßige Kontrollen

Der Sozialausschuss erteilte letztlich einstimmig den Auftrag an Verwaltung und SBE, umgehend eine Mängelliste zu erstellen, notwendige Reparaturen durchzuführen. Zudem sollten jährliche Kontrollen sicherheitsrelevanter Bereiche wie Elektroinstallationen durchgeführt und Sicherheitshinweise mehrsprachig angebracht werden. Darüber hinaus solle bei den Haushaltsberatungen darauf hingewirkt werden, dass entsprechende Gelder bereit gestellt werden. Peter Schnurbusch (SPD) drängte auch darauf, dass im Jahr 2017, wenn wie geplant an Stelle der gegenüberliegenden nicht mehr nutzbaren Gebäude neue Unterkünfte errichtet sind, die aktuell genutzten Häuser grundlegend renoviert werden.