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Unmut über Schutzstreifen am Behlinger Weg

15.02.2012 | 18:22 Uhr
Unmut über Schutzstreifen am Behlinger Weg
Anwohner, SPD-Vertreter und Verwaltung diskutierten Möglichkeiten, den Behlinger Weg sicherer zu machen.

Ennepetal.Eins ist offensichtlich: Viel Platz ist hier nicht. Ein paar Leute können die gesamte Fahrbahn blockieren. Und weil sie das tun, passiert genau das nicht, was sie eigentlich beklagen: „Auf dem Behlinger Weg wird gerast“. Der Schutzstreifen, der eigens für ein Stück mehr Sicherheit sorgen sollte, bewirke eher das Gegenteil, so die Klage. Grund für ein „SPD vor Ort“. Und Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen kam auch, zusammen mit Amtsleiter Stephan Langhard.

„Der Schutzstreifen auf der Seite ist absolut sinnlos“, betonte Anwohner Hartmut Görtz. Die Kinder, zu deren Schutz er dienen solle, müssten alle erst einmal die Fahrbahn überqueren. Die Tatsache, dass hier zudem absolutes Halteverbot herrsche und somit keine Hindernisse den Weg schmälerten, führe zudem zu einer Art „Tunnelblick“ bei den Autofahrern. Die dann aufs Gaspedal träten. „Es hat zum Glück noch keinen Unfall mit einem Kind gegeben,“ aber er habe schon etliche kritische Situationen beobachtet und acht Haustiere seien hier Opfer des Straßenverkehrs geworden. Davon abgesehen sei es ihm und seinen Nachbarn kaum möglich, Wohnwagen für den Urlaub auszurüsten oder sich etwa Getränke ins Haus liefern zu lassen.

„Die Situation, wie sie sich hier darstellt, ist nicht befriedigend, keine Frage“, stellte SPD-Fraktionschef Volker Rauleff fest. „Die Frage ist, was kann man tun?“ Stefan Langhard, Fachbereichsleiter „Allgemeine Bürgerdienste“, war 2004 noch nicht im Amt. Damals, nach Abschluss der Kanalbaumaßnahme, habe man überlegt, was man tun könne. Eine Fußgängerverkehrszählung (an drei Tagen kamen 63 Fußgänger zusammen) rechtfertigte keinen Gehweg. Deswegen habe man sich für diesen „Fußgängerschutzstreifen“ entschieden, „damit haben wir gute Erfahrungen im Stadtgebiet gemacht.“ Würde man dagegen einen Gehweg anlegen, wäre überhaupt kein Begegnungsverkehr mehr möglich und auch kein landwirtschaftlicher Verkehr. „Die Möglichkeiten, den Verkehr einzubremsen, sind sehr eingeschränkt“, sagte Langhard. Und für das absolute Halteverbot habe man sich damals entschieden, weil Fußgänger, die hinter Autos auftauchen, zu spät gesehen würden.

Aber: Die einzigen Tage, wo vernünftig gefahren werde, seien die, an denen die Nachbarn ihre Wohnwagen fertig machten und somit künstliche Engstellen produzierten, meinte ein Anwohner.

„Den Idealzustand wird es nicht geben“, betonte Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen.

Aber er versprach, Lösungsvorschläge der Anwohner der Verkehrskommission vorzustellen, die für jede mögliche Maßnahme ihre Zustimmung geben müsse. Ein Wunsch der Nachbarn war die Umwandlung vom absoluten zum eingeschränkten Halteverbot. Ein anderer: die Änderung der Vorfahrtsregelung zu „rechts vor links“.

Annette Siebert

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