Unitymedia warnt vor eigenen Werbern

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Schwelm..  Das aggressive Vorgehen der Drückerkolonnen in der Kreisstadt ist auch dem Auftraggeber Unitymedia nicht entgangen. Nach der Göckinghofstraße und dem Neumarkt hatten die selbstständigen Handelsvertreter das Wohngebiet Loh „bearbeitet“. Eine Anwohnerin der Linderhauser Straße hatte sich daraufhin bei dem Unternehmen schriftlich beschwert und als Antwort den Tipp bekommen, keinen der Vertreter ins Haus zu lassen, außer, es läge eine Störung vor.

Der Vertreter habe sich lediglich mit einer Aufenthaltsgenehmigung des Wuppertaler Oberbürgermeisters ausweisen können, nicht mit einem Pass, schilderte Kerstin Wördehoff der Vorgang. „Auch bei uns drohte der Mann im Namen von Unitymedia den Fernsehempfang einfach abzustellen. Schließlich wurde er sogar patzig, als ich ihn nicht in die Wohnung reinlassen wollte“, so die Leserin unserer Zeitung. Angeblich habe die Mehrheit in der Linderhauser Straße die neuen Verträge bereits unterschrieben.

„Haben absolut korrekt gehandelt“

„Sie haben absolut korrekt gehandelt, indem Sie dem Vertriebsmitarbeiter keinen Zutritt zu Ihrer Wohnung gewährt haben. Generell ist ein Zutritt zur Hausverteilung nur dann erforderlich, wenn eine Störung besteht, oder ein Bewohner Zusatzdienste wie Internet und Telefon über uns bestellt“, stellte Unitymedia in dem Antwortschreiben an Kerstin Wördehoff richtig. Zudem habe das Unternehmen versichert, natürlich Leitungen nicht einfach abzustellen: „Eine Umstellung seitens Unitymedia ist in keiner Form geplant, da wir ohnehin seit dem 1.1.2013 die Programme der digitalen TV Grundversorgung unverschlüsselt ins Kabelnetz einspeisen. Auch wird der Empfang nicht abgestellt. Wenn Unitymedia etwas plant, werden Sie als unser Kunde selbstverständlich entsprechend informiert.“

Kerstin Wördehoff findet das Geschäftsgebaren von Unitymedia, gelinde gesagt, befremdlich: „Ein Unternehmen, das Kunden rät, bloß keine seiner Vertreter ins Haus zu lassen, da diese nicht vertrauenswürdig seien, ist doch schon etwas seltsam.“

Gar nicht zum Lachen zu Mute ist auch Angelika und Christian Weber aus dem Zamenhofweg 3, wenn sie an ihre Erfahrungen mit dem Anbieter von Dienstleistungen rund um Internet, Telefon, TV & Mobil denken. Christian Weber warnt als Unitymedia-Kunde, „mit dem Unternehmen zur Zeit Verträge abzuschließen oder laufende Verträge umzustellen.“ Sein Telefonanschluss sei seit der Umstellung von Unity 3Play20000 auf 3Play64 am 10. Dezember stumm. Auch die Techniker der Installationsfirma seien über die Warteschleife „der nächste freie Mitarbeiter ist bereits für Sie reserviert“ nicht hinaus gekommen und hätten ihren Befund per E-Mail an das Unternehmen gesendet. Doch auch das habe nicht zur Behebung der Störung geführt.

Kein Festnetzanschluss übers Fest

„Mein Anschluss muss vermutlich auf dem Unitymedia-Server neu eingerichtet und freigeschaltet werden. Und dort besteht offensichtlich ein Engpass. Aber warum dann bloß diese aggressiven Neukunden- und Tarifumstellungswerbungen?“, fragt Christian Weber. Auch sein sehnlichster Wunsch zum Fest hat sich nicht erfüllt: Auch Weihnachten konnte das Ehepaar nur mobil telefonieren. Christian Weber: „Aber das kümmert niemanden im ,Wilden Westen’ von Unitymedia.“