Unbezahlter Wein kostet Sozialstunden

Justitia hat Recht zu sprechen im Prozess um einen zweifachen Betrug
Justitia hat Recht zu sprechen im Prozess um einen zweifachen Betrug
Foto: Kurt Michelis

Gevelsberg..  „In vino veritas – im Wein liegt die Wahrheit“. Für den ehemaligen Inhaber einer Gevelsberger Vinothek an der Mühlenstraße lag im Verkauf des Rebensafts letztlich die wahre Pleite. Mehr noch: Wegen zweifachen Betrugs musste der 56-Jährige sich nun vor dem Schwelmer Strafgericht verantworten. Laut Anklage hatte er im Juni und Juli 2013 bei einem Weingut hochwertige Tropfen für 334,15 Euro bestellt, ohne in der Lage gewesen zu sein, die Lieferung zu bezahlen. Tatsächlich hat der Winzer bis heute keinen Cent davon gesehen.

Geschäft mit Herzblut geführt

Das konnte der Dortmunder, der das Geschäft 2010 übernommen hatte, nicht leugnen. Niemals aber habe er in Betrugsabsicht gehandelt. Natürlich sei es dem Geschäft seinerzeit finanziell nicht gut gegangen, aber er habe damals die Ware im Hinblick auf ein Sommerfest bestellt. Das allerdings sei kurzfristig abgesagt worden. „Ein völliger Umsatzeinbruch“, so der 56-Jährige. „Ich habe die Vinothek mit Herzblut betrieben, aber der Kostenfaktor wurde zu hoch,“ Im Dezember 2013 musste er Insolvenz anmelden, heute lebt der ehemalige Weinhändler mit seiner Lebensgefährtin von Hartz IV.

Trotz der Hintergründe: Für „In dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten“ reichte es nicht. Bedingter Vorsatz, eventuell nicht zahlen zu können, hieß es. Aber Staatsanwaltschaft und Gericht stimmten einer von der Verteidigung vorgeschlagenen, vorläufigen Einstellung des Verfahrens zu. Nun muss der Dortmunder 40 Stunden Sozialdienst leisten. Danach wird das Verfahren endgültig eingestellt.

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